Erkältungsbäder sind beliebt, doch bestimmte ätherische Öle sollten nicht bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt werden. Öko-Test hat Produkte aus Apotheke und Einzelhandel im Labor unter die Lupe genommen. Drei Produkte kamen auf die Bestnote „sehr gut“, genauso viele auf „mangelhaft“.
Insgesamt 16 Erkältungsbäder für Babys und Kleinkinder wurden gekauft und ins Labor geschickt. Bei zehn Produkten wurde kritisiert, dass die Anwendung trotz des Zusatzes bestimmter ätherischer Öle nicht erst ab drei Jahren empfohlen wurde. Säuglinge und Kleinkinder können bereits auf kleinste Mengen empfindlich reagieren, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt. So kann es durch Eukalyptus- und Pfefferminzöl zu gefährlichen Kehlkopf- und Stimmritzenkrämpfen (Laryngospasmus) kommen – bis hin zum Atemstillstand. Thymianöl kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen und Hautreizungen führen.
Obwohl pflanzliche Arzneimittel mit Eukalyptus- und Thymianöl laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entsprechend erst ab drei Jahren zugelassen werden, waren drei als freiverkäufliche Arzneimittel eingestufte Produkte im Test bereits ab zwei Jahren zugelassen – weil es sich um Altzulassungen handelte. Darunter waren Pinimenthol und das Erkältungsarzneibad von Li-il.
Immerhin: Die Wirksamkeit der pflanzlichen Arzneimittel im Test ist laut den Autor:innen „gut“ belegt. Dass nicht die Bestnote vergeben wurde, liegt daran, dass es sich nur um traditionelle Arzneimittel handelt, deren Anwendung sich nicht auf klinische Studien, sondern auf Erfahrungswissen gründet.
Hier gab es einen Vorteil für die Kosmetika: Bei ihnen sei eine Wirkung nicht zu bewerten, so Öko-Test – „mehr als das, was draufsteht, darf man von den Produkten nicht erwarten“. Das führte dazu, dass die Arzneimittel automatisch um eine Note abgewertet wurden, während Kosmetika hier einen Vorteil hatten. Die Altersempfehlung für Babys und Kleinkinder unter drei Jahren führte zudem gleich zu einer Abwertung um vier Noten.
Auch der Zusatz von bedenklichen Inhaltsstoffen führte zu einem Abzug. In fünf Bädern wurde Delta-3-Caren nachgewiesen, das als starkes Allergen gilt. Bei den Arzneimitteln wurde allergene Duftstoffe nachgewiesen, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt wurden. Dass es sich dabei um einen Teil des eingesetzten Eukalyptusöls handele, ließ Öko-Test nicht gelten.
Getestet wurden außerdem unter anderem Produkte der Marken Eucabal, Ätheria (Wepa) und Weleda. Als Gutachter fungierte auch Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz.
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