Fast 300 Tote im Kongo

Ebola: Remdesivir vor Erprobung

, Uhr aktualisiert am 26.06.2026 09:22 Uhr
Bunia/Addis-Abeba -

Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC rechnet damit, dass die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo in wenigen Tagen mehr als 300 beträgt.

Die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo ist auf 304 angestiegen. Aktuell seien in dem zentralafrikanischen Land 1155 Fälle bestätigt, teilte das Kommunikationsministerium in Kinshasa am späten Donnerstagabend mit. Die Epidemie in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu sei noch nicht gestoppt. Besonders betroffen ist demnach Ituri im Nordosten des Kongo.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. In der kommenden Woche sollen allerdings klinische Studien für Medikamente beginnen.

Remdesivir soll erprobt werden

Das antivirale Medikament Remdesivir von Herstellern aus den USA und Ägypten, das in der kommenden Woche erprobt werden soll, ist nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bereits im Kongo eingetroffen. Es handele sich um ein Prophylaxemittel, das nach Kontakt mit dem Ebola-Erreger helfen soll. Das aus den USA stammende Mittel MBP134 solle in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem arbeiteten mehrere Unternehmen an weiteren Impfstoffkandidaten.

Mehr Behandlungszentren nötig

Obwohl der Gipfel des Ausbruchs noch nicht erreicht sei, seien bereits 95 Prozent der Bettenkapazitäten ausgeschöpft. „Wir müssen Behandlungszentren bauen und Bettenkapazitäten erhöhen“, betonte CDC-Generaldirektor Jean Kaseya.

Der schnelle Anstieg der Fälle bereitet Sorgen – in keiner der vorangegangenen Ebola-Epidemien auf dem Kontinent war die Zahl der bestätigten Fälle in den ersten fünf Wochen so hoch gewesen wie in der aktuellen Epidemie.

Die kongolesische Regierung ordnete unterdessen eine 21-tägige Quarantäne für Menschen an, die die von Ebola betroffenen Gebieten innerhalb des Landes verlassen wollen. Diese Maßnahme solle das Ansteckungsrisiko verringern und eine lückenlose Nachverfolgung potenziell exponierter Personen gewährleisten, hieß es in einer Mitteilung.

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