Da war sie – die K-Frage

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Berlin - Sie sind rezeptfrei, gratis, schön bunt und stehen deshalb bei Schnäppchenjägern hoch im Kurs. In diesem Jahr setzt der Run auf die beliebten Apothekenkalender allerdings ungewohnt früh ein. Schon jetzt fragen Kunden nach Kalendern für 2018. Die Apotheker wundern sich – und lächeln darüber.

Viele Menschen verbinden den Begriff „K-Frage“ mit Politik. Bei den Apothekern gibt es sie auch, dort hat sie allerdings eine andere Bedeutung. Bei Facebook wird darüber gewitzelt, dass derzeit die ersten Kunden schon nach Kalendern für 2018 fragen. Sicher ist sicher. Nicht, dass man zu spät kommt. „Zufällig haben wir letzte Woche einen Kalender aus 2013 hinter einem Schrank vorgezogen, sollen wir den liefern?“, fragt eine Apothekerin ironisch. Kurzkommentar eines männlichen Kollegen: „Kranker Shit.“

Eine andere Apothekerin postet fröhlich: „Ich weiß gar nicht, was ihr wollt, ist doch höchste Zeit! Ostern ist vorbei, Weihnachten steht vor der Tür und damit auch Kalenderzeit.“ Alle machen sich Sorgen um ihren Kollegen Bernd Dotzauer, dessen Horrorzeiten anfangen und der online fleht: „Vor dem 1.12.: Bitte von keinem das K-Wort“. Dotzauer, Inhaber der Neuen Apotheke im oberfränkischen Gräfenberg, sagt: „Es ist ein Running Gag unter Kollegen, aber vor Dezember kann ich wirklich keine Kalender sehen.“ Er sagt: „Ohne Kalender geht im Apotheken-Jahr nichts.“

Seine Apotheke hat feste Regeln: „Ab dem 1. Dezember bekommt jeder einen Kalender. Wenn sie weg sind, sind sie weg.“ Das wissen die Kunden in und um Gräfenberg genau: „Die letzten Novembertage können wir jedes Mal ein Absinken der Kundenzahlen beobachten.“ In den ersten Dezembertagen ist die Apotheke dann voll: Kalenderzeit! Dotzauer betrachtet die Thematik mit einem Lächeln, sieht aber dennoch einen ernsten Hintergrund bei der Jagd um den Kalender: „Es ist ein Zeichen dafür, wie wir Apotheker uns mit der Zeit für die Kunden zum Affen gemacht haben. Ein Metzger oder Bäcker würde da nie mitmachen.“

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