Die hohe Kunst der Kalenderabgabe | APOTHEKE ADHOC
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Die hohe Kunst der Kalenderabgabe

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Berlin -

Die ersten Apothekenkunden fragen bereits nachdrücklich nach den heißbegehrten Kalendern für 2019. Die Inhaber handhaben die Abgabe unterschiedlich: Manche verteilen lediglich an Stammkunden, andere bieten verschiedene Formate und Designs. Apothekerin Theresia Weigel hat dieses Jahr erstmals die Familien im Blick. Die Pharmazeutin rät: „Bloß nicht zu spät verteilen, sonst bleibt man darauf sitzen.“

Viele Apotheken verteilen die Kalender Ende November und im Dezember. In der Adventszeit ist die Zugabe von vielen Kunden ein gern gesehenes Geschenk. Manche Inhaber knüpfen die Abgabe jedoch an Voraussetzungen – einige Apotheken geben Kalender etwa lediglich an Interessierte mit Kundenkarte ab. Auch die Inhaberin der Theresia Apotheke in Schwielowsee will ihre „Standard-Kalender“ mit Bedacht abgeben.

Weigel bietet seit vier Jahren einen klassischen länglichen Kalender an. „Im ersten Jahr bin ich darauf sitzengeblieben“, erinnert sich die Pharmazeutin. Die Pakete seien zu spät eingetroffen und sie habe sie erst Ende November an die Kunden verteilen können. „Die Kunden bekommen in vielen Geschäften Kalender und benötigen oft nicht alle“, sagt sie. Weigel beginnt bereits Anfang Oktober mit der Ausgabe. „Ich will am Ende nicht darauf sitzenbleiben.“

Die länglichen Kalender erhalten die Stammkunden der Theresia Apotheke. 1000 Exemplare für etwa ein Euro pro Stück seien bereits im April bestellt worden, um eine zeitige Auslieferung zu garantieren. „Ich erwarte, dass sie in den kommenden Wochen eintreffen.“ Die Kunden fragten bereits seit etwa zwei Wochen nach den Kalendern. Die Apothekerin stellte jedoch fest, dass die länglichen Exemplare nicht allen gefallen.

Generell hält Weigel es nicht für sinnvoll, zu viele verschiedene Formate oder Designs anzubieten: Quadratisch, Scheckkartenformat, Kunstkalender – das Angebot der Gratiszugaben ist riesig und breit gefächert. „Wenn ich zu viel anbiete, habe ich zu viel Auswahl. Dann kommen die Kunden durcheinander und verlangen auch mehr“, sagt sie. Für die Zielgruppe „junge Familie“ musste sie jedoch feststellen, dass das längliche Format nicht attraktiv und brauchbar ist.

Familien mit Kindern brauchen Platz und mehrere Spalten – eine pro Kind, so Weigel. Deshalb führte sie in diesem Jahr erstmals einen Familienkalender ein. Bestellt wurden bis zu 100 Exemplare, die bereits eingetroffen sind. „Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Durchlaufkalender“, sagt Weigel. Die Zugaben würden nur an „Stamm-Familien“ verteilt. Sie seien bereits jetzt erhältlich, da Familien nicht regelmäßig in der Offizin vorbeischauten. „Ich möchte möglichst alle erwischen.“

Gezeigt werden auf dem Titelblatt sechs bunte Fotos von Selbstgebackenem und -gebasteltem sowie Dekorationsideen. Der Kalender steht unter dem Motto: „Selbstgemacht. Kreativspaß für die ganze Familie“ und bietet zwölf Anleitungen. „Die Kalender müssen attraktiv aussehen, sonst hängt sich das keiner in die Küche“, sagt die Apothekerin. Die Aufmachung müsse zeitgemäß sein.

Apotheken lassen sich für Kalender verschiedene Designs einfallen: Die Oliven Apotheke Kaltenweide und Krähenwinkel etwa veranstaltete einen Fotowettbewerb für die neuen Exemplare für 2019. Zwölf Bürger wurden durch die Jury, darunter Ortsbürgermeister, ausgewählt. Andere erstellen Kalender mit historischen Bildern aus der Region. Nicht immer sind die Zugaben kostenfrei. Einige Apotheken verlangen eine Gebühr, die oft gespendet wird. Andere bitten die Kunden um eine Spende von einen Euro. Beliebt sind Blüten-, Strand, Reise- und Tierdesigns.

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