ARD-Themenabend

Pharmabranche zittert vor Heiner Lauterbach Lothar Klein, 12.05.2017 15:08 Uhr

Berlin - Alarmstimmung in der Pharmabranche: Am kommenden Mittwoch läuft in der ARD zur besten Sendezeit ein Themenabend „Gefälschte Medikamente“. Die Preview des Spielfilms „Gift“ mit Heiner Lauterbach am vergangenen Freitag hat die Arzneimittelhersteller dermaßen aufgeschreckt, dass sich die vier großen Pharmaverbände zusammengetan haben. Gemeinsam wurde im Vorfeld präventiv die Sicherheit der Arzneimittelherstellung und der Vetriebswege beschworen. Fälschungen seien nicht nur so gut wie ausgeschlossen, sondern mögliche Täter könnten nicht entkommen: „Wir erwischen jeden Schurken“, versicherte Thomas Brückner vom BPI auf einer eilends organisierten Pressekonferenz.

Am vergangenen Freitag hatte der RBB zu einer Vorschau des Themenabends geladen. Anwesende Pharmazeuten waren entsetzt und gelangten offenbar zu der Auffassung, dass die Darstellungen geeignet sind, das ohnehin beschädigte Image der Pharmabranche weiter in den Schmutz zu ziehen. Zwar hatten die Pharmaverbände ebenfalls Gelegenheit, in Interviews zum Themenabend mit ihrer Sicht der Dinge zu Wort zu kommen.

Aber offenbar ist das Vertrauen der Pharma-Verantwortlichen in die Objektivität der Recherche und Darstellung des Themenabends nicht besonders ausgeprägt. Kurzfristig luden BPI, VFA, Pro Generika und BAH zu einem ungewöhnlichen Pressegespräch – mit dem Zweck, die Verlässlichkeit und Sicherheit der Produktionswege und Vertriebskette herauszustellen. Seit Tagen werden Pressemitteilungen und Infoschreiben zu dem Thema verschickt.

Quasi von der Herstellung der Wirkstoffe bis zur Abgabe an die Patienten in der Apotheke werde der gesamte Prozess lückenlos national und auch bei Lohnherstellern im Ausland kontrolliert, versicherten die bei der Pressekonferenz zum Teil per Telefon zugeschalteten Experten der vier Pharmaverbände unisono. „Deutschland verfügt weltweit über die sicherste Produktions- und Vertriebskette“, versicherte Bork Bretthauer von Pro Generika. Fälschungen seien so gut wie ausgeschlossen, vor allem, wenn ab 2019 das neue Sicherheitssystem Securpharm in Betrieb gehe.

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