Entsorgung

Apothekerin zahlt fürs Müllsammeln APOTHEKE ADHOC, 19.09.2018 13:55 Uhr

Berlin - Abgelaufene Tropfen, abgesetzte Pillen: Alte Arzneimittel können in der Regel bequem über den Hausmüll entsorgt werden. Aber auch viele Apotheken bieten eine kostenlose Annahme von Medikamenten an. Dieser Service kostet sie aber nicht nur Geld, sondern immer wieder auch Nerven. So musste sich Apothekerin Kristina Fliege aus Artern nicht nur mit der plötzlichen Vertragskündigung des spezialisierten Entsorgungsunternehmens herumschlagen, sondern auch mit den herkömmlichen Entsorgungsbetrieben der Stadt, die zusätzliche Gebühren für die abgegebenen Quecksilberthermometer verlangen.

Wer mal seine Hausapotheke entrümpelt, hält schnell eine ansehnliche Menge abgelaufener oder nicht mehr gebrauchter Medikamente in den Händen. Doch wohin damit? Das wissen nicht alle so genau. So ergab ein Projekt des Bundesforschungsministeriums (BMBF) vor zwei Jahren, dass noch immer 47 Prozent der Deutschen ihre Altarzneimittel über das Abwasser entsorgen. Laut Bundesumweltministerium (BMUB) zählen Altarzneimittel jedoch zum Siedlungsabfall und gehören deshalb in den Hausmüll. Eine weitere Möglichkeit ist, in einer Apotheke zu fragen, ob dort alte Arzneimittel zurückgenommen werden. Das gehört nicht mehr zu Pflichtleistungen der Apotheken, viele bieten es aber nach wie vor an. Und zwar auf eigene Kosten.

So wie Kristina Fliege. Bis vor wenigen Monaten konnten Kunden in ihrer Engel-Apotheke im thüringischen Artern ihre alten Medikamente dort abgeben. Doch dann kündigte die Entsorgungsfirma plötzlich und einseitig den Vertrag. Die letzte Abholung fand wie geplant Ende Mai statt. „Leider ist es wirklich ein Problem“, sagt die Apothekerin. „Denn ich kenne kein weiteres Unternehmen, das solche Dienste anbietet.“ Auch bei der Stadtverwaltung konnte man ihr nicht helfen. Die normalen Entsorgungsbetriebe seien dafür nicht zuständig.

Doch viele Kunden wollten oder konnten sich nicht daran gewöhnen und brachten ihre abgelaufenen Arzneimittel weiterhin in die Apotheke. „Wir sagten zwar, dass wir keine Altmedikamente mehr annehmen können“, berichtet die Apothekerin. „Viele Kunden fühlen sich aber einfach nicht wohl dabei, Arzneimittel einfach in den Hausmüll zu schmeißen.“ Denn in der Regel sei der Hausmüll leicht zugänglich und unverschlossen. Vor allem wenn es im Haushalt Kinder gibt, befürchteten viele, dass sie die bunten Pillen entdecken, für Bonbons halten und schlucken. Auch würden Kunden zweifeln, ob der Hausmüll tatsächlich so fachgerecht entsorgt werde, dass die Medikamente der Umwelt keinen Schaden zufügen.

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