Schließung nach 325 Jahren

Apotheke wird zur Teestube

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Berlin -

Für Apotheker Eginhard Weyl endet nicht nur das Jahr 2020 – auch seine Wemmel‘s Apotheke in Höxter schließt nach 325 Jahren für immer ihre Türen.

Mit der Schließung der Apotheke geht im nordrhein-westfälischen Höxter ein Stück Geschichte zu Ende, denn es handelt sich um eine der ältesten Apotheken im Kreisgebiet. Das ist in der Wemmel‘s Apotheke auch ganz klar zu spüren. „Es ist eine Apotheke, wie man sie noch von früher kennt“, meint Weyl. Schubladen, alte Schränke mit Schnitzereien ­– von modernem Schnickschnack keine Spur.

1982 hat Weyl die Apotheke übernommen, geführt wird sie hauptsächlich als Familienbetrieb: Neben seiner Frau arbeitet auch die Tochter in der Offizin. Drei Jahre lang hat der 74-jährige versucht, einen Nachfolger für die Apotheke zu finden – ohne Erfolg. „Alte Apotheken haben heutzutage sehr starke Auflagen“, erklärt Weyl. Oft seien diese nur schwer zu erfüllen. Das mache die Suche schwierig und das Angebot für einen Nachfolger unattraktiv. Daher ist zum Jahresende nun Schluss.

Viele der Stammkunden seien traurig und würden sich für die gemeinsame Zeit bedanken. „Einige kennt man seit Generationen“, erklärt Weyl. Die letzten Tage seien deshalb besonders emotional. Dennoch kann sich die Familie über zahlreiche Geschenke freuen, die den Kummer ein wenig vergessen lassen. Besonders der persönliche Kontakt zu den Kunden habe ihm immer viel Freude bereitet, erklärt der Apotheker. „Das wird uns erstmal fehlen.“ Leider sei im Laufe der Zeit das persönliche jedoch oft auf der Strecke geblieben – beispielsweise durch die zunehmenden Vorschriften und die ausufernde Bürokratie.

Auch wenn das Lokal verkauft wurde – die traditionelle Apotheken-Einrichtung bleibt Höxter erhalten: Sie wird in ein anderes Ladenlokal „umgesiedelt“ – ebenfalls eine ehemalige Apotheke, die vor einiger Zeit schließen musste. Dort soll bald eine Art Teestube entstehen, die mit dem besonderen Flair überzeugen soll.

 

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