Seit einigen Jahren wird die Situation für Hilfsorganisationen weltweit immer schwieriger. Globale Krisen und wirtschaftlich unsichere Zeiten sorgen für weniger Spendeneinnahmen. Auch Apotheker ohne Grenzen (AoG) muss im kommenden Jahr einen Sparkurs fahren. Mit einem neuen Partnerprogramm will der Verein mindestens 100 Apotheken als Unterstützer gewinnen.
Das Ziel, das sich Andreas Portugal, Gründungsmitglied und Verantwortlicher für das neue Programm, gesetzt hat, ist ambitioniert. „Es ist keine Spende, sondern ein Sponsoring“, erklärt Portugal. „Das ist etwas Neues für uns, das hatten wir noch nicht in dem großen Stil gemacht.“ Bislang habe man solche Sponsoring-Konzepte nur vereinzelt mit größeren Firmen umgesetzt, nun will AoG es mit den Apotheken versuchen.
Insgesamt gibt es drei verschiedene Stufen: Supporter, Supporter Gold und Supporter Platin mit jeweils festgelegtem Spendenbetrag. Je nach Betrag gibt es unterschiedliche „Returns“ für die Apotheke.
Supporter werden kann eine Apotheke ab einem Beitrag von 50 Euro im Monat oder 600 Euro im Jahr. Wer mitmacht, bekommt unter anderem Material wie Sticker für den Eingang oder den HV-Tisch, einen digitalen Badge für die Website und Social Media sowie das Logo als Grafik für die E-Mail-Signatur und Ähnliches. Außerdem werden dem Supporter fertige Pressemitteilungen zur eigenen Veröffentlichung durch die Apotheke und Social-Media-Posts zum Teilen zur Verfügung gestellt. Als Supporter erhält man außerdem Zugang zum Newsletter und Einladungen zu Veranstaltungen und wird auf der Website als Supporter genannt.
Gold-Supporter wird, wer 100 Euro im Monat oder 1200 Euro im Jahr spendet. Zusätzlich erhalten Gold-Supporter noch Einladungen zum Supporter-Abend und eine Teilnahmemöglichkeit an einem jährlichen Outdoor-AoG-Wochenende – allerdings nur für ein Teammitglied.
Das Platin-Paket sieht eine Spende von monatlich 250 Euro oder 3000 Euro jährlich vor. Bei den Benefits kommen ein Angebot für eine AoG-Inhouse-Veranstaltung für Team und Kunden sowie ein weiteres Teammitglied bei dem Outdoor-AoG-Wochenende hinzu.
Die festgelegten Stufen sollen auch eine Erleichterung für die Spendenden sein. „Ein Problem war für mich immer, wenn mich jemand angesprochen hat, zu überlegen: Wie viel wird erwartet, was muss ich jetzt geben, wie viel sollte ich geben?“ Mit den Paketen müsse sich der Sponsor weniger Gedanken machen. Zudem kann die Organisation durch die monatlichen Beträge besser planen.
Von den Kollegen, mit denen Portugal sich bislang über das Supporter-Programm ausgetauscht hat, habe er durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Erste Zusagen habe er bereits, unter anderem von Jan Reuter, Dr. Eva-Maria Lippke und Markus Oelze.
Im zweiten Schritt wolle man auch ein Programm für die pharmazeutische Industrie öffnen, „aber dafür wäre es von Vorteil, wenn schon viele Apotheken mitmachen“.
„Wir haben Ende des Jahres immer die effektivste Spendenzeit“, erklärt Portugal. Jede Apotheke, die auf Social Media und in ihren Verkaufsräumen auf die Projekte der AoG aufmerksam macht, könne zusätzlich helfen, Spenden zu generieren.
„Unsere Hilfe ist echt wichtig“, betont er. Gerade im pharmazeutischen Bereich sei Apotheker ohne Grenzen die NGO mit der größten Wirkung. „Ich würde mich sehr freuen, wenn es klappt, die Mittel zu haben, um die Arbeit fortzusetzen“, so Portugal.