Gehe/Celesio: Von Dresden in die ganze Welt

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Berlin -

„Zweck dieser Handlung wird hauptsächlich der Absatz an die Apothekerkundschaft sein; doch sollen andere eingeschlagene Geschäfte und der Absatz an Techniker und Handelsleute Insonderheit für den Anfang nicht ausgeschlossen sein. Ob und inwieweit ein Platz im Detail-Geschäft damit zu verbinden ist, soll von der Rücksicht, welche auf die Apotheker zu nehmen ist, abhängen.“ Der Geschäftszweck des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio wurde vor 175 Jahren formuliert – und ist aktueller denn je.

Am 1. Mai 1835 wird in Dresden die „Drogerie- und Farbwarenhandlung Gehe & Comp.“ gegründet. Inhaber des Pharmagroßhandels ist der 25-jährige Kaufmann Franz Ludwig Gehe aus Leipzig, der sich soeben mit seinem Kompagnon, einem Apotheker, überworfen hat. Nachdem er von seinem Bekannten Friedrich List über die Möglichkeiten des geplanten Eisenbahnnetzes erfahren hat, startet Gehe am künftigen Verkehrsknotenpunkt an der Elbe mit drei Mitarbeitern sein eigenes Geschäft.

Von Anfang an schickt Gehe Mitarbeiter auf Reisen zu seinen Kunden – der Apotheken-Außendienst ist erfunden. Vierundzwanzig Jahre später holt Gehe seinen Neffen in die Firma, den Chemiker Dr. Rudolph August Luboldt. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigt das Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter und hat laut Stadtchronik den Rang „des ersten pharmazeutischen Drogengeschäftes der Erde“. Gemeinsam steigen die beiden Unternehmer zusätzlich zum Vertrieb in die Veredelung von Rohdrogen und die Produktion von chemisch-pharmazeutischen Ausgangsstoffen ein – gegen den Widerstand einiger Apotheker.

Nach dem Tod des kinderlosen Firmengründers im Jahr 1882 führt Luboldt das Geschäft fort. Dessen Sohn wird der letzte Repräsentant der Familie im Unternehmen sein: Ebenfalls ohne Nachfolger, bringt Dr. Walter Luboldt die Firma 1904 an die Börse und steigt aus der Geschäftsführung aus.

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