VCA: Cannabis-Apotheker basteln eigenes E-Rezept

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Doch nicht nur in der Kollegenschaft herrsche Beratungsbedarf. Auch in Richtung Wissenschaft, Politik und Krankenkassen wollen die VCA-Apotheker Aufklärungsarbeit leisten. „Diese Pflanze beeindruckt uns als Pharmazeuten extrem“, sagt Fischer. „Wir wollen der Wissenschaft helfen, schnell und effektiv Wirkungen und Nebenwirkungen zu erforschen.“ Deshalb stellen sie gerade einen wissenschaftlichen Beirat zusammen. Der sei schon zur Hälfte besetzt – mit „sehr namhaften Leuten, die wir aber noch nicht nennen können“, so Fischer.

Auch politisch gebe es jedoch noch einiges zu tun. Man wolle sich dafür einsetzen, die „enormen bürokratischen Prozesse“ zu verringern und unter anderem schnellere Genehmigungen und einfachere Prüfungen in den Apotheken erreichen. Die Streitereien um Erstattung, Genehmigung und auch die Retaxationen durch die Kassen gingen letztlich zulasten der Patienten. „Seit ich so viel mit Cannabis zu tun habe, habe ich das erste mal in meinem Berufsleben eine Liste von Anwälten, die sich mit dem Thema auskennen, in der Apotheke hängen“, merkt Staffeldt an. „Das ist doch ein trauriges Zeichen.“

Doch der VCA will nicht nur nachbessern, sondern auch voranschreiten: Fischer kündigte am Donnerstag in Berlin an, der Verband arbeite daran, ein eigenes E-Rezept für Cannabis-Verordnungen an den Markt zu bringen. „Das Thema E-Rezept hat ja durch Herrn Spahn an Fahrt gewonnen. Da rennen wir sicherlich offene Türen ein“, sagt er. Es solle ein Blockchain-basiertes BtM-Rezept sein und die verschiedenen Akteure zusammenbringen. „Die bisherigen E-Rezept-Modelle konzentrieren sich ja eher auf die Kommunikation zwischen Arzt und Apotheker, wir wollen aber auch Anbieter und andere Stakeholder in den Prozess mit einbeziehen“, erklärt Fischer. Ansonsten hüllt er sich noch in Schweigen, mit wem das Projekt umgesetzt wird und wann mit der Einführung zu rechnen ist. Nur so viel lässt er sich entlocken: „Wir sind da mit einer Firma dran, die bereits sehr weit in der Entwicklung ist. Es liegt jetzt an uns, den zeitlichen Vorteil zu nutzen.“

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