Studie

USA und Schweiz hängen deutsche Pharmabranche ab dpa, 20.05.2019 14:28 Uhr

Frankfurt/Main - Lukrative Krebsarzneien kommen oft aus den USA oder der Schweiz. Auch deshalb hinken deutsche Pharmakonzerne den weltweiten Schwergewichten hinterher. Dafür zeigen sich die hiesigen Vertreter außergewöhnlich innovativ.

Die großen deutschen Pharmakonzerne können mit den Schwergewichten der Branche nicht Schritt halten. Während die globalen Marktführer aus den USA und der Schweiz ihren Umsatz im vergangenen Jahr kräftig steigerten, fielen die hiesigen Vertreter zurück. Das zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY, die heute in Frankfurt vorgestellt wurde.

Demnach steigerten die 22 untersuchten Konzerne 2018 ihren Umsatz aus dem Pharmageschäft insgesamt um 0,9 Prozent auf 460,8 Milliarden Euro gemessen am Vorjahr. Die deutschen Top-Unternehmen Bayer, Merck und Boehringer Ingelheim mussten indes Rückgänge von 0,3 Prozent hinnehmen. Dabei blieben sie besonders hinter der Weltspitze um Pfizer, Roche, Johnson & Johnson, Merck & Co und Novartis zurück. Der Umsatz der Top Ten wuchs für sich genommen um 2,6 Prozent.

„Die Branche entwickelt sich in zwei Geschwindigkeiten”, sagte EY-Experte Siegfried Bialojan. Während die USA den Ton angäben und die Schweizer gut mithalten könnten, falle das übrige Europa ab. Die Marktführer profitierten von Blockbuster-Medikamenten, also Arzneien mit mehr als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz. Gerade bei Krebsmitteln sind Amerikaner und Schweizer seit längerem führend. Die deutschen Vertreter sind bei Blockbustern weit schwächer aufgestellt. Bayer gelangen mit neuen Produkten immerhin deutliche Zuwächse.

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