Strattera bekommt Generika-Konkurrenz

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Berlin - Atomoxetin ist nach Methylphenidat und Lisdexamfetamin die Nummer 3 unter den ADHS-Medikamenten. Jetzt ist das Patent abgelaufen, zahlreiche Generikahersteller drängen auf den Markt – teilweise mit komplett neuen Packungsgrößen.

Das Originalpräparat Strattera von Lilly ist seit 2004 zur Behandlung von Patienten ab sechs Jahren mit Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität (ADHS) zugelassen. Neben den Kapseln à 10, 18, 25, 40, 60, 80 und 100 mg gibt es Tropfen à 4 mg/ml zum Einnehmen. Laut Arzneiverordnungsreport wurde Strattera 2017 rund 123.000 Mal auf Kassenrezept verordnet, die Ausgaben summierten sich auf knapp 17 Millionen Euro. Anders als andere bei ADHS eingesetzte Wirkstoffe ist Atomoxetin nicht als Betäubungsmittel eingestuft.

Auf Basis der Tagestherapiedosen (DDD) liegen die Verordnungen seit Jahren stabil bei rund 2 Millionen. Zum Vergleich: Das seit Jahren generische Methylphenidat kommt auf 52 Millionen DDD, Elvanse (Lisdexamfetamin, Shire) nach kräftigen Zuwächsen auf 9 Millionen DDD. Intuniv (Guanfacin, Shire) und Attentin (Dexamfetamin, Medice) sind mit 1 beziehungsweise 0,5 Millionen DDD von untergeordneter Bedeutung.

Allerdings könnten sich die Marktanteil verschieben, wenn Atomoxetin nun günstiger sein und demnächst auch ausgeschrieben wird. Alle großen Generikahersteller sind dabei, darunter 1A, Accord, Aliud, Glenmark, Heumann, Neuraxpharm, Puren, Ratiopharm und Zentiva. Betapharm bringt nicht nur bei den niedrig dosierten Varianten à 10 und 18 mg eine Zwischengröße à 14 Stück sowie bereits ab 18 mg eine Packung mit 56 Stück, sondern ab 25 mg zusätzlich eine Großpackung à 98 Stück. Auch Medice bringt mit Agakalin ein entsprechendes Produkt als Filmtablette in neuen Größen von 14 und 35 Stück auf den Markt; schon bei Medikinet adult wusste sich der Hersteller so abzusetzen.

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