Elvanse: Nicht teurer als Strattera

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Berlin - Seit Juni gilt für das ADHS-Präparat Elvanse (Lisdexamfetamindimesilat) ein Erstattungsbetrag. Darauf haben sich der Hersteller Shire Deutschland und der GKV-Spitzenverband geeinigt. Die Belastung für die Kassen soll demnach nicht höher sein, als die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie mit Strattera (Atomoxetin, Lilly).

Lisdexamfetamin ist eine synthetisch hergestellte Substanz aus der Stoffgruppe der Phenylisopropylamine und ein Prodrug zu Dexamfetamin, das seit Anfang 2011 unter dem Namen Attenin von Medice auf dem Markt ist. Elvanse ist seit Juni vergangenen Jahres auf dem Markt und zugelassen zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern ab sechs Jahren, die zuvor auf Methylphenidat unzureichend angesprochen haben.

Im Juni 2013 hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einen Zusatznutzen für das Medikament gegenüber Atomoxetin ausgeschlossen. Die Jahrestherapiekosten für Elvanse auf Grundlage des ursprünglichen Listenpreises beziffert der GKV-Spitzenverband auf 1137 bis 1421 Euro – die der Therapie mit Strattera auf 927 bis 1234 Euro.

„Das vorliegende Ergebnis zeigt, dass eine Verständigung beider Seiten auf einen tragfähigen Kompromiss auch möglich ist, wenn ein Produkt vom Gemeinsamen Bundesausschuss keinen Zusatznutzen zur zweckmäßigen Vergleichstherapie zugesprochen bekommen hat“, sagt GKV-Vize Johann-Magnus von Stackelberg.

In den USA ist das Produkt unter dem Namen Vyvanse als Erstlinienpräparat bereits seit 2007 auf dem Markt, in Kanada seit 2010 und in Brasilien seit 2011.

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