Rowa #1 geht in Rente

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Berlin -

Nach einem Vierteljahrhundert geht der erste Rowa-Kommissionierautomat in Rente. 1996 in der damals neu gegründeten Saxonia-Apotheke in Dresden installiert, hat Inhaber Christian Flössner seinen treuen Gehilfen nun ausrangiert.

Als erster Kunde setzte Flössner 1996 auf das automatisierte Warenlager des noch sehr jungen Unternehmens Rowa. „Ich habe nach einer Lösung gesucht, die es mir ermöglichte, meine Apotheke in der Dresdner Innenstadt wirtschaftlich zu führen. Rowa hat mir hier eine Lösung geboten, die von Anfang an passte“, erinnert sich der Apotheker.

Die Idee zu einem Kommissionierautomaten für Arzneimittel war Rolf Wagner, Inhaber der Firma Wagner Maschinenbau in dritter Generation, ein Jahr zuvor gekommen. Auf einer Zugreise nach Hamburg lernte er 1993 ein Pharmazeutenehepaar kennen, das ihm von den Herausforderungen im Arbeitsalltag berichtete. Wagner wollte das Warenlager automatisieren, um für das pharmazeutische Personal mehr Zeit für Beratung und Zusatzverkäufe zu schaffen. Gemeinsam mit dem Vertriebsprofi Markus Willems, der von Technisat kam, gründete er Rowa in einem ehemaligen Autohaus in Kelberg und mit fünf Mitarbeitern.

Einen einstelligen Millionenbetrag hatten Wagner und Willems bis zur Fertigstellung des Prototyps investiert; Fördermittel hatte es von Bund und Land gegeben. Im Oktober 1996 war es soweit: In Flössners Apotheke in Dresden wurde der erste Rowa installiert.

„Mit unserem Automaten sind wir durch dick und dünn – und sogar durch das Jahrhunderthochwasser – gegangen“, berichtet der Apotheker. Dass der Kommissionierer seinen Dienst bis jetzt ohne Weiteres leistete, ist vor allen Dingen dem Know-How der Mitarbeiter geschuldet, die noch immer jeden Automaten in überwiegender Handarbeit in Kelberg fertigen. „Auf die Langlebigkeit unserer Anlagen sind wir besonders stolz“, so Björn Schleheuser, Business Development Director bei BD Rowa.

Trotzdem war es nach 25 Jahren Zeit für einen Nachfolger. Floessner hat sich für den Vmax entschieden und hofft, dass er damit auch für die nächsten 25 Jahre gut aufgestellt ist und die Apotheke erfolgreich führen kann. „Auf zukünftige Veränderungen des Marktes, wie beispielsweise die Einführung des E-Rezeptes, können wir mit dem neuen Automaten besser reagieren.“ Der Umbau verlief nicht Herausforderungen, beispielsweise einem Durchbruch durch die 60 cm starke Stahlbetondecke der Apotheke. „Die Installation unseres neuen Automaten wirkte knifflig. Doch auch das haben wir gemeistert.“

Der Rowa Nr. 1 hat mittlerweile die Heimreise in die Eifel angetreten. Dort wurden mittlerweile mehr als 10.000 Anlagen gebaut und weltweit installiert – von Japan bis Argentinien.

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