Insektenstiche

Riemser heizt Dermapharm ein

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Berlin -

Dermapharm hat wieder zugeschlagen. Der Münchner Hersteller kauft zwei Medizinprodukte, mit denen Riemser zuletzt sehr erfolgreich war. Es geht um Hitze, Mückenstiche und Lippenherpes.

Riemser hat sich mit Nischenprodukten im Rx-Bereich international einen Namen gemacht. Vor drei Jahren wurde jedoch im Keller ein Medizinprodukt entdeckt, das das Interesse der damaligen Unternehmensspitze auf sich zog: „Bite away“ ist ein elektronisches Gerät, das zur äußerlichen Behandlung von Insektenstichen eingesetzt wird.

Das Prinzip ist rein physikalisch: An der keramischen Kontaktfläche werden durch einen integrierten Mikroprozessor Temperaturen in einem Bereich um 51 Grad erzeugt. Wird das Gerät auf die Haut aufgebracht, wird die Hitze übertragen und je nach Einstellung drei bis sechs Sekunden in der Unterhaut aufrecht erhalten. Solange sollte auch Kontakt mit der betroffenen Körperstelle bestehen.

Durch die Temperatur sollen Proteine denaturiert und dadurch das Insektengift inaktiviert werden. Laut Hersteller werden verschiedene Signalwege und somit Immun- und Entzündungsreaktionen beeinflusst. Zudem können die Ausschüttung von Histamin und Abbauenzymen reguliert und damit Entzündungsreaktionen gedämpft werden. Selbst bei späterer Anwendung soll der Juckreiz schnell und effektiv gestoppt werden.

Ähnlich funktioniert das Schwesterprodukt Herpotherm, das bei Lippenherpes eingesetzt wird. Der Stift mit keramischer Kontaktfläche erzeugt ebenfalls einen konzentrierten Wärmeimplus von 51 Grad. Bei rechtzeitiger Anwendung des Produktes kann so laut Riemser der Ausbruch von Herpes komplett verhindert werden. Bei späterer Anwendung könne ein leichterer Verlauf oder ein frühes Abheilen erzielt werden.

Das physikalische Verfahren ist auch für Schwangere, Allergiker und Kinder geeignet. Vertrieben werden beide Produkte über die Apotheken sowie im Riemser-Webshop auf Amazon. Zuletzt hatte der Hersteller dank Marketingoffensive dem Abverkauf zu Schwung verholfen.

Allerdings zeichnete sich schon länger ab, dass Riemser sich aus dem Bereich wieder verabschieden würde. Jedenfalls zeigte der Hersteller im vergangenen Jahr kein Interesse am Mückenschutzmittel Doctan, das gut zu Bite away gepasst hätte. Am Ende griff die Münchner Firma Medicis zu – die mit dem Stichheiler ein ähnliches Produkt im Sortiment hat. Nun müssen Medicis und Dermapharm nur noch auf eine gute Mückensaison 2018 hoffen.

Dermapharm ist laut Riemser der ideale Folgeeigentümer für Bite away und Herpotherm, insbesondere aufgrund von exzellenten Zugängen zu Dermatologen und zahlreichen OTC-Vertriebskanälen wie den öffentlichen Apotheken. Daher sei Dermapharm sehr gut aufgestellt, um die nationale und internationale Präsenz des Geschäftsbereichs weiter auszubauen.

„Als eines der führenden Unternehmen im dermatologischen Marktumfeld der rezeptpflichtigen Arzneimittel freuen wir uns ganz besonders, mit dem Medical Devices-Bereich der Riemser unser Endverbraucher-Produktsortiment entscheidend stärken zu können“, so Stefan Grieving, Vorstand Marketing und Vertrieb bei Dermapharm. „Die hochinnovativen Medizinprodukte Bite away und Herpotherm ermöglichen uns den Zugang zu neuen Zielgruppen im OTC-Markt.“

Konstantin von Alvensleben, Vorsitzender der Geschäftsführung von Riemser, äußerte sich wie folgt zu der Akquisition: „Der Medical Devices Geschäftsbereich hat bereits unter Riemser sehr hohes Potential aufgezeigt. Dermapharm ist der logische nächste Eigentümer für dieses Geschäft und wir freuen uns, mit Dermapharm einen strategischen Käufer gefunden zu haben, welcher das Medical Devices Business in Zukunft deutlich weiterentwickeln kann.“

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