Generikahersteller

FAZ: Dermapharm-Deal geplatzt

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Berlin -

Dermapharm wird offenbar nicht verkauft: Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) will Firmengründer Wilhelm Beier an der Unternehmensgruppe festhalten. Die Übernahme galt bereits als fortgeschritten: Zwei Finanzinvestoren waren schon in die engere Auswahl gerückt.

Beier soll im vergangenen Jahr die Unternehmensberatung Ferber beauftragt haben, einen Käufer zu finden. Zwei Favoriten sollen sich herauskristallisiert haben: Der britische Finanzinvestor BC Partners soll bereits 1,1 Milliarden Euro für Dermapharm geboten haben. Auch mit Nordic Capital soll es Gespräche gegeben haben. Auch weitere Investoren wie PAI, Cinven, Advent and Carlyle sollen Gebote unterbreitet haben.

Über einen Verkauf der Gruppe von Dermapharm-Gründer Wilhelm Beier wird seit Langem spekuliert. Laut FAZ ist Beier jetzt zu dem Schluss gekommen, „dass sein Geld in Dermapharm doch besser angelegt sei.“ Die Zeitung beruft sich auf Kreise, die mit dem Verfahren vertraut sind.

Der Grund liegt demnach in der klassischen Schwierigkeit, mit der Privatunternehmer nach einer Transaktion zu tun haben. Wenn sie nicht gerade Schulden zu tilgen oder Verwandte auszuzahlen hätten, müssten sie überlegen, wie sie den Erlös aus dem Verkauf neu anlegten. Dies sei eine Schwierigkeit, die angesichts der Nullzinspolitik noch größer sei. Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll es unterschiedliche Ansichten über den Verkaufspreis gegeben haben.

Die Gruppe soll dem Bericht zufolge jährlich zwischen 400 und 500 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Die Investoren sollen laut Reuters vor allem wegen des Generikageschäfts an Dermapharm interessiert sein. Der Reimporteur Axicorp, der seit 2012 zur Firmengruppe gehört, soll demnach wegen des geringen Wachstumspotenzials eine untergeordnete Rolle spielen. Zuletzt hatte Beier durch die Übernahme von Remedix noch einmal Volumen gekauft.

Dermapharm wurde 1991 gegründet. Der Firmensitz liegt in Grünwald bei München. Zur Gruppe gehören die Hersteller Dermapharm, Mibe (Calcilac, Dekristol, Simagel, Mykofungin), Cancernova, Acis und Hübner Arzneimittel. Die Medikamente werden in Brehna bei Leipzig am Standort von Mibe hergestellt. Dort sind rund 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Schwerpunkte von Dermapharm sind Generika im dermatologischen und allergologischen Bereich. 2011 hatte Dermapharm die Hübner-Gruppe von Nordzucker übernommen. Vor zwei Jahren hatte Dermapharm die Marke Lactostop von Dr. Fischer gekauft. Die bekannte Marke Rheila wurde Anfang 2013 an Dr. C. Soldan verkauft. Im Ausland ist die Dermapharm-Gruppe mit verschiedenen Firmen tätig, darunter Tiroler Nussöl und Melasan in Österreich, Sun-Farm in Polen, Farmal in Kroatien sowie Hasan in Vietnam.

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