Wieder negative Zahlen

Redcare: Zweistelliger Millionenverlust

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Berlin -

Redcare hat das erste Quartal wieder mit einem zweistelligen Millionenverlust abgeschlossen. Das Management sieht sich auf Kurs.

Wie bereits Ende März vorläufig kommuniziert, wuchs der Konzernumsatz um 18,4 Prozent im Jahresvergleich auf knapp 850 Millionen Euro. Dabei wuchs der Non-Rx-Umsatz um 10,2 Prozent auf 533 Millionen Euro, während der Rx-Umsatz um 35,5 Prozent auf 315 Millionen Euro zulegte. Der Rx-Anteil am Gesamtumsatz stieg von 33 auf 37 Prozent; hier ist neben dem deutschen Geschäft von Shop Apotheke auch der Spezialversender Mediservice in der Schweiz berücksichtigt.

Der Bruttogewinn stieg von 167 auf 178 Millionen Euro; die Bruttomarge sank aber von 23 auf 21 Prozent. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist laut Management auf ein wettbewerbsintensives Non-Rx-Umfeld, einen höheren Rx-Anteil sowie den Mitte September 2025 eingeführten Rx-Bonus zurückzuführen.

Die Vertriebskosten stiegen leicht von 154 auf 158 Millionen Euro; relativ zum Umsatz sanken sie bereinigt von 19,4 auf 16,8 Prozent. Die Verbesserung der Kostenquote ist laut Unternehmen auf effizientere Marketingausgaben sowie Skaleneffekte zurückzuführen. Die Verwaltungskosten lagen bei 24,2 Millionen Euro, nach 23,1 Millionen Euro (bereinigt 2,4 vs. 2,7 Prozent vom Umsatz).

Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich von minus 9,1 auf minus 3,6 Millionen Euro, bereinigt lag es bei 14,4 Millionen Euro nach 9,1 Millionen Euro (1,7 vs. 1,3 Prozent vom Umsatz). Verbesserungen bei den Vertriebs- und Verwaltungskostenquoten konnten den Rückgang der Bruttomarge mehr als ausgleichen. Die Entwicklung im ersten Quartal entspricht laut Management der üblichen Saisonalität sowie den Erwartungen für das Gesamtjahr.

Unter dem Strich stand erneut ein Fehlbetrag in Höhe von 11 Millionen Euro (Vorjahr: 11,6 Millionen Euro).

Liquide Mittel und kurzfristige Finanzanlagen beliefen sich zum 31. März auf 135 Millionen Euro, nach 204 Millionen Euro im Vorjahr. Grund ist auch die Rückzahlung von 64,5 Millionen Euro aus Wandelanleihen im Verlauf des Quartals.

Redcare bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Demnach soll der Konzernumsatz um 13 bis 15 Prozent steigen, der Rx-Umsatz in Deutschland auf mehr als 670 Millionen Euro wachsen. Für das Non-Rx-Geschäft erwartet das Unternehmen einen Zuwachs von 8 bis 10 Prozent. Die bereinigte Ebitda-Marge soll gleichzeitig mindestens 2,5 Prozent betragen.

CEO Olaf Heinrich kommentierte: „Das erste Quartal ist ein sehr guter Start in das Jahr und bestätigt die konsequente Umsetzung unserer für 2026 gesetzten Ziele. Wir verbessern kontinuierlich unsere Customer-Journey im Rx-Bereich, stärken unser Angebot im Non-Rx-Geschäft und investieren gezielt in Technologie, um ein skalierbares Geschäftsmodell für unsere Kundinnen, Kunden und Shareholder aufzubauen.“

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