Offensive nach Mitgliederschwund

Phoenix setzt komplett auf Linda

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Berlin -

Vor drei Jahren stand die Partnerschaft von Phoenix und MVDA vor dem Aus. Doch dann raufte man sich zusammen – und jetzt rückt man so nahe zusammen wie noch nie. Beim Delegiertenkongress in Salzburg wurden erste Pläne bekannt, dass der Großhändler jetzt voll und ganz auf die Marke Linda setzen will.

Details gibt es noch nicht, doch ab kommendem Jahr soll die Partnerschaft auf neue Füße gestellt werden. Dem Vernehmen nach gibt es Pläne, dass Phoenix dann die Marke Linda aktiv begleiten und nutzen wird. Denkbar ist etwa eine Nutzung der Marke für die eigenen Großhandelskunden; eine Beteiligung an der Linda AG ist aber demnach nicht geplant. Auch im Zusammenhang mit Payback will Phoenix wohl wieder verstärkt auf Linda setzen. Aktuell ist die Teilnahme am Kundenbindungsprogramm ein entscheidender Benefit bei Gesund.de.

Phoenix hatte sich lange schwergetan mit dem Aufbau einer eigenen Apothekenmarke in Deutschland. Zunächst wurde Livplus präsentiert, eine eigens für den deutschen Markt entwickelte Marke innerhalb der Phoenix Pharmacy Partnership (PPP). Das Konzept ging nicht auf, stattdessen kündigte Phoenix vor zwei Jahren den Ausbau von „Deine Apotheke“ zur Dachmarke an. Doch nach dem Einstieg bei Gesund.de wurde die gleichnamige App als zentrales Element zugunsten der gemeinsamen Plattform aufgegeben.

Für MVDA/Linda wäre der Zusammenschluss ebenfalls ein Befreiungsschlag. Zwar hatte sich die Kooperation seinerzeit aus der Umklammerung befreien wollen, doch Corona hat dem Verbund einen Strich durch die Rechnung gemacht: Das gesteckte Ziel, mehr Mitglieder zu gewinnen, konnte 2021 nicht erreicht werden. Sowohl die coronabedingte reduzierte Zahl an persönlichen Kundenbesuchen durch die Außendienstmitarbeiter als auch die fehlende Zeit für Kooperationsgespräche bei den Apotheker:innen hätten 2021 zu einem moderaten Rückgang der Mitgliederzahlen geführt, so die beiden Vorstände Dr. Christian Beyer und Volker Karg bei der Hauptversammlung in der vergangenen Woche.

Weniger Mitglieder bedeuten aber auch weniger Erträge aus Kooperationen mit Industriepartnern. Daher wurde eine weitere Offensive angekündigt, um zusätzliche Apotheken zu gewinnen. Mit Phoenix als Partner könnte dies viel leichter vonstattengehen. Dann könnten aus den etwas mehr als 600 Linda-Apotheken ganz schnell viel mehr werden. Immerhin war Linda schon einmal vierstellig. Wie wichtig allen Beteiligten das Projekt ist, zeigt auch die Tatsache, dass in Salzburg mit Marcus Freitag und Florian Altenhof die beiden führenden Köpfe von Phoenix vor Ort waren.

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