Weniger Apotheken, weniger Umsatz

Linda: Corona verdirbt Mitgliederakquise

, Uhr
Berlin -

Die Apothekenkooperation Linda hat mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Das hat einerseits mit der Verschmelzung mit dem MVDA zu tun, andererseits mit rückläufigen Mitgliederzahlen. Im kommenden Jahr soll es wieder eine Offensive geben.

Die Corona-Pandemie hat auch bei Linda ihre Spuren hinterlassen: Das gesteckte Ziel, mehr Mitglieder zu gewinnen, konnte nicht erreicht werden. Sowohl die coronabedingte reduzierte Zahl an persönlichen Kundenbesuchen durch die Außendienstmitarbeiter als
auch die fehlende Zeit für Kooperationsgespräche bei den Apotheker:innen hätten 2021 zu einem moderaten Rückgang der Mitgliederzahlen geführt, so die beiden Vorstände Dr. Christian Beyer und Volker Karg.

Entsprechend sind auch die Umsätze hinter den Zielen zurückgeblieben: Statt der anvisierten 14 Millionen Euro konnten nur 12,3 Millionen Euro erzielt werden. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren konnten regelmäßig noch 17 Millionen Euro erzielt werden.

Ein weiterer Grund sei die Verschmelzung mit der MVDA Service GmbH, in deren Folge Dienstleistungserträge weitgehend entfallen seien. Außerdem seien die Erträge aus Kooperationen mit Industriepartnern deutlich zurückgegangen.

Auf der Ertragsseite sah es besser aus: Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 1,6 Millionen Euro deutlich über den Erwartungen; hier war mit einem Fehlbetrag von 1,3 bis 1,6 Millionen Euro kalkuliert worden. Neben Kosteneinsparungen – unter anderem Personalabbau – sorgte hier ein außerordentlicher Ertrag aus der Verschmelzung in Höhe von 1,7 Millionen Euro für Entlastung.

Bei der gestrigen Hauptversammlung in Köln wurde daher erneut eine hohe Leistungsbonifizierung beschlossen. Aus dem als zufriedenstellend eingeordneten Jahresüberschuss in Höhe von 1,7 Millionen Euro sollen die Vorzugsaktionär:innen außerdem eine Dividende von 4 Euro je Aktie erhalten. Der Marketingverein Deutscher Apotheker (MVDA) – er hält 91,3 Prozent der Anteile in Form aller stimmberechtigten Stammaktien – verzichtete auf eine Gewinnbeteiligung und beließ den verbleibenden Bilanzüberschuss zur finanziellen Stärkung seiner Beteiligung in der Gesellschaft.

„Das zurückliegende Geschäftsjahr stand stark unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Die Vor-Ort-Apotheken an sich und insbesondere die Linda-Apotheken als Qualitätsverbund haben ihre Leistungsfähigkeit und Bedeutsamkeit für das deutsche Gesundheitswesen eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, so Beyer. Mit den strategischen Partnern Phoenix und Noventi habe man eine Premiumpartnerschaft für Gesund.de vereinbaren können: Linda-Premiumapotheken profitierten von einer kostenlosen Anbindung an die Plattform; insgesamt seien 90 Prozent der Linda-Apotheken an Gesund.de angeschlossen.

„Unter großer apothekerlicher Unterstützung haben wir zudem neue Impulse für ein zukunftsgerichtetes Innovationsprogramm entwickelt“, so Karg. Erste konkrete Leistungen aus dem Programm „Vision L“ seien bereits umgesetzt worden, unter anderem Charity Maßnahmen mit dem Bundesverband Kinderhospiz, die deutsche Markteinführung der österreichischen Jobvermittlungsplattform Apopersonal.com sowie eine exklusive Grippeschutzimpfung-Aktion mit Axa. Für das kommende Geschäftsjahr soll die Stabilisierung der Mitgliederzahlen im Handlungsfokus stehen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Noweda fragt nach Verbraucherinteressen
Umfrage: Verfügbarkeitsabfrage wichtiger als Online-Shop
„How Pharmacies Were Ruined By Corporate Greed“
USA: Warum niemand in CVS-Apotheken arbeiten will
Mehr aus Ressort
Drogeriekette will Arzneimittel abgeben
dm-Chef: Apotheker werden überflüssig
Neue Partner in Bonn und Kiel
Shop Apotheke expandiert mit „Now!“

APOTHEKE ADHOC Debatte