Pharma-Mittelstand

Diese Clans sind Pharma-Deutschland APOTHEKE ADHOC, 27.06.2016 15:29 Uhr

Berlin - Zahlreiche Hersteller in Deutschland sind noch immer in Familienhand. Auch wenn Großkonzerne an den inhabergeführten Familien interessiert sind, behaupten sich die Dynastien über Generationen hinweg als selbstständige Unternehmen. Von Boehringer Ingelheim über Pflüger bis Retterspitz – APOTHEKE ADHOC stellt in einem neuen Teil weitere deutsche Pharma-Familien vor.

Verla-Pharm: Das Unternehmen gehört zu den „hidden Champions“ der Branche. Und Firmenchefin Gabriele von Ehrlich will auch am liebsten, dass das so bleibt. Das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Unternehmen mit Sitz in Tutzing am Bodensee wurde von 1949 von ihrem Vater H.J. von Ehrlich gegründet. Der damals 30-Jährige hatte die Löwenapotheke in Reichenberg in fünfter Generation geführt, bevor er als Sudentendeutscher vertrieben wurde. Im Oktober 1957 wurde der Klassiker Magnesium Verla erstmals angeboten; heute verlassen pro Jahr rund 500 Millionen Dragees und 120 Millionen Granulatbeutel die Produktion – eine Stückzahl, die laut Unternehmen nur von wenigen Markenprodukten übertroffen wird. Insgesamt werden mehr als 70 Produkte angeboten; die Zweitlinie Xenofit richtet sich seit 1988 an Sportler.

Kreussler: Arzneimittel sind für Kreussler eigentlich nur ein Nebenprodukt. Denn die „chemische Fabrik“ ist seit ihrer Gründung 1912 durch Christian Kreussler auf Substanzen für die industrielle Textilreinigung spezialisiert. Mit innovativen Produkten wie dem MieleSystemKreussler, dem Ecosan-Verfahren und dem Flüssigwaschmittelsystem Derval Power hat sich der Mittelständler aus Wiesbaden einen Namen gebracht. 1948 kam die Pharmasparte dazu, Phlebologie und Zahnheilkunde bilden die Schwerpunkte. Heute werden Produkte wie Dynexan, Aethoxysklerol, Recessan und Dequonal in 50 Ländern vertrieben. Dr. Stephan Travers leitet das Unternehmen in vierter Generation.

Sixtus: Bei älteren Menschen klingelt da was, den jüngeren sind die Marken oft unbekannt. Das soll sich jetzt ändern: Anfang 2013 übernahm Franz Kroha die Sixtus-Werke von den Söhnen des Firmengründers Fritz Becker. Er holt Philipp Lahm an Bord; der Fußballstar soll helfen, die Marke zu revitalisieren. Für eine vergleichsweise geringe Einlage erhielt Lahm 50 Prozent der Anteile; allerdings kann Kroha im Zweifelsfall alleine über die Geschicke der Firma entscheiden. Aktuell werden neue Produkte eingeführt.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte