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P&G: Schlindwein wird OTC-Deutschlandchef

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Berlin -

Nach der Übernahme der OTC-Sparte von Merck durch Procter & Gamble gibt es eine erste Personalie zu vermelden: Jochen Schlindwein übernimmt als General Manager P&G Health die Verantwortung für das OTC-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Schlindwein hatte vor zwei Jahren die Leitung der deutschen OTC-Sparte von Merck übernommen; davor war er zweieinhalb Jahre lang als Regionalleiter für den zentralamerikanischen Raum für den Konzern in Mexiko. Im Mai 2012 hatte er als Head of Global Controlling Consumer Health in Darmstadt angefangen.

In seiner neuen Funktion kehrt der 48-Jährige zu seinem alten Arbeitgeber zurück. Für P&G hatte er fast 15 Jahre lang gearbeitet: Direkt nach dem BWL-Studium in Karlsruhe und Kanada hatte er 1997 im Controlling des US-Konsumgüterkonzerns angefangen.

Dass er mit seinem Team nach der Übernahme den Lead übernehmen würde, hatte sich bereits abgezeichnet. So war relativ schnell klar, dass der Standort in Darmstadt erhalten bleiben würde; spätestens mit der Ernennung von Uta Kemmerich-Keil zur Chefin von P&G Personal Healthcare International war klar, dass P&G es nicht nur auf die Marken von Merck abgesehen hatte.

Ohnehin war P&G hierzulande zuletzt extrem schlank aufgestellt. Seit Oktober 2014 gibt es keinen eigenen Außendienst mehr, die Apotheken werden über den Dienstleister Ashfield mit immerhin rund 50 Mitarbeitern betreut. In Schwalbach betreute ein kleines Team unter der Leitung von Dr. Markus Hammer das Geschäft mit Gesundheitsprodukten. Kampagnen wurden in der Regel vom Mutterkonzern übernommen und zielten darauf ab, die Nachfrage beim Endkunden zu steigern.

Wie die übrigen Führungsposition verteilt werden und wie der Außendienst künftig aufgestellt wird, ist nach Angaben eines Sprechers noch nicht entschieden. Dies bedürfe der weiteren Ausgestaltung in den kommenden Monaten. Insgesamt wechselten weltweit rund 3300 Mitarbeiter von Merck zu P&G. Bis in den Sommer hinein könnte es dauern, bis die neue Organisation für Deutschland steht. Verkaufsleiter im Team von Schlindwein ist Werner Nuxoll, für das Marketing ist Christiane Boventer verantwortlich.

P&G hatte Ende vergangenen Jahres das gesamte Consumer-Geschäft von Merck für 3,4 Milliarden Euro übernommen. Zu den prominentesten Marken gehören Nasivin, Femibion, Dolo-Neurobion, Vivera/Floratil, Sangobion, Vigantol, Apaisyl, Kytta, Neurobion, Bion3 und Seven Seas. Zu P&G wiederum gehören im Consumer-Bereich Wick, blend-a-med/blend-a-dent, Metamucil, Oral-b, Clearblue und Persona.

Merck bringt laut Insight Health in Deutschland Erlöse von 133 Millionen Euro auf Basis der Apothekenverkaufspreise (AVP) mit, bei P&G sind es 100 Millionen Euro. Zusammen kommen die Sparten also rein rechnerisch auf 233 Millionen Euro und damit auf Rang 9 unter den OTC-Herstellern hinter Bayer, GSK, Ratiopharm, Sanofi, Hexal, Stada, Klosterfrau und Bionorica. Wichtigste Marken sind künftig Wick mit 90 Millionen Euro sowie Femibion und Vigantol mit je knapp 40 Millionen Euro. Im Sommer wurde das seit 2011 bestehende Joint Venture zwischen P&G und Teva im OTC-Bereich beendet.

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