Reckitt übernimmt in Apotheken | APOTHEKE ADHOC
OTC/Freiwahl

Reckitt übernimmt in Apotheken

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Berlin -

Der bunt gemischte Bauchladen von Klosterfrau dünnt sich aus: Reckitt Benckiser (RB) nimmt ab Mai den Vertrieb von Marken wie Dobendan, Nurofen, Gaviscon, Durex und Kukident selbst in die Hand. Der Außendienst wurde bereits aufgestockt.

1998 hatte Klosterfrau den Vertrieb der Produkte übernommen, die damals noch zu Boots gehörten. Als die britischen Drogerie- und Apothekenkette 2006 mit dem Pharmahändler Alliance UniChem verschmolz, übernahm RB für 1,9 Milliarden Britische Pfund die Marken.

Seitdem baut der Konsumgüterkonzern die Gesundheitssparte als zweites Standbein aus. So hatte RB neben verschiedenen lokalen OTC-Herstellern unter anderem das Unternehmen SSL mit international bekannten Marken wie Durex und Scholl gekauft. Auch die Übernahme des Vertrieb der OTC-Marken in Deutschland wurde seit längerem vorbereitet: Seit einigen Jahren ist ein eigener Außendienst in den Apotheken unterwegs. Die rund 30 Mitarbeiter erklären die eigenen Produkte und helfen bei der Platzierung in der Sichtwahl sowie bei Werbemaßnahmen.

Der Abverkauf lag bislang aber weiter bei Klosterfrau. Die Kooperation wurde sogar einmal verlängert. RB wollte zunächst eigene Erfahrungen sammeln und konnte in den vergangenen Jahren außerdem von der starken Vertriebsmannschaft von Klosterfrau profitieren: 2010 etwa überholte Dobendan das Konkurrenzprodukt Neo Angin von Klosterfrau.

Jetzt war RB bereit, das Zepter zu übernehmen, und ließ den Vertrag mit Klosterfrau auslaufen. Mit einer neuen Struktur übernimmt der Hersteller den sogenannten Sell-in von insgesamt neun Marken, darunter auch Sagrotan, Veet, Scholl Professional und die Pflegeprodukte Sports Life.

Dazu wurden rund 10 Stellen geschaffen und die Vertriebsgebiete verkleinert. Der Verkauf hat einen weitaus höheren Stellenwert als die reine Beratung. Außerdem kann der Fokus damit allein auf das eigene Sortiment gelegt werden: Der Klosterfrau-Außendienst hat neben den hauseigenen Marken auch Produkte verschiedener Hersteller wie Ricola oder SC Johnson (Autan) im Gepäck.

Gesellenstück ist das Nahrungsergänzungsmittel MegaRed. Die Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren werden seit Jahresbeginn in Apotheken und im Mass Market verkauft. Das Präparat ging mit der Übernahme des US-Herstellers Schiff Nutrition vor anderthalb Jahren an RB. Der britische Konzern macht rund 10 Prozent seines Umsatzes in Deutschland mit seinen Arzneimitteln, das sind rund 50 Millionen Euro.

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