OTC-Switch: Neue Analgetika für die Sichtwahl

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Berlin - Für die Behandlung von Schmerzen könnte es künftig zwei zusätzliche Alternativen geben. Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht muss bei seiner nächsten Sitzung im Juli über den beantragten OTC-Switch von Dexibuprofen sowie der Kombination Ibuprofen/Paracetamol entscheiden. Auch der Hustenstiller Levodropropizin soll rezeptfrei werden.

Dexibuprofen das reine rechtsdrehende und wirksame Enantiomer von Ibuprofen, daher reicht im Regelfall die halbe Dosis für die volle Wirkung. Studien zeigen bei entsprechender Dosierung eine vergleichbare Wirksamkeit bei Osteoarthritis/Arthrose über eine Behandlungsdauer von 15 Tagen sowie bei Dysmenorrhö und bei Zahnschmerzen.

Die maximale Einzeldosis beträgt 400 mg, pro Tag sollen maximal 1200 mg Dexibuprofen eingenommen werden. Wie der Klassiker wird Dexibuprofen zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparates, aber auch von Zahnschmerzen und akuten Schmerzen bei primärer Dysmenorrhö eingesetzt.

In Deutschland gibt es mit Deltaran nur ein einziges verschreibungspflichtiges Produkt auf dem Markt. Angeboten werden die Dosierungen 300 und 400 mg, die Variante à 200 mg ist seit einem Jahr außer Handel. Seit vielen Jahren vertreibt Pharmore den Wirkstoff in enger Kooperation mit dem österreichischen Hersteller Gebro. Zulassungen hat außerdem der Generikahersteller Fair-Med.

Ibuprofen war in den 1950er Jahren in den Laboren der Drogeriekette Boots entwickelt worden, eigentlich war es ein Zufallsfund, 1962 erhielt der Konzern ein Patent für die Entdeckung und brachte den Wirkstoff schließlich 1969 auf den Markt. Der erste Mensch, der Ibuprofen einnahm, war Entdecker Stewart Adams persönlich: Der Pharmakologe testete die Substanz nach einem Vodka-Kater auf einer Konferenz in Moskau. Zuvor hatte der Arzneistoff einen 30-tägigen Rattentoxizitätstest durchlaufen.

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