OTC-Switch für Otriven Duo?

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Berlin -

Im Januar berät der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht über eine mögliche Entlassung des Kombinationsarzneimittels Otriven Duo (GSK) aus der Verschreibungspflicht. Neben dem α-Sympathomimetikum Xylometazolin ist Ipratropiumbromid enthalten.

Das Nasenspray wird zur symptomatischen Behandlung von Rhinorrhoe im Zusammenhang mit Schnupfen angewendet. Aufgrund des enthaltenen Ipratropiumbromid ist das Präparat verschreibungspflichtig. Das Derivat des Atropins ist ein kurzwirksamer Muskarinrezeptor-Antagonist. Durch die Blockierung von muscarinischen Acetylcholinrezeptoren kommt es bei lokaler Anwendung als Nasenspray oder inhalativer Anwendung mittels Dosieraerosol zu einer Bronchodilatation. Der Arzneistoff wird weiterhin zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

In vielen Ländern verschreibungsfrei

Otriven Duo ist in vielen anderen Ländern der EU bereits seit Längerem ohne Rezept erhältlich – so beispielweise in Italien, Polen und den Benelux-Ländern. Im Januar wird der Sachverständigenausschuss über einen OTC-Switch des Kombinationsarzneimittels beraten. Bereits 2012 wurde eine Entlassung aus der Verschreibungspflicht diskutiert. Dem OTC-Switch für Ipratropiumbromid zur nasalen Anwendung in einer Konzentration von bis zu 0,06 Prozent – wie es in Otriven Duo der Fall ist – wurde bislang nicht stattgegeben.

Die Indikationsliste für Monopräparate mit Xylometazolin ist länger als für das Kombimittel. Ob das Atropinderivat in Kombination mit einem α-Sympathomimetikum einen Behandlungsvorteil bietet, ist aktuell nicht geklärt. Laut British Medical Journal (BMJ) zeigt Ipratropiumbromid weder als Mono- noch als Kombipräparat einen positiven Behandlungseffekt. Dort ist Otriven Duo unter dem handelsnamen „Otrivine Extra Dual Relief“ erhältlich.

Generell gilt: Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen sollten so kurz wie möglich angewendet werden. Gesprüht werden kann bis zu dreimal täglich. Nach einer Woche sollte das Präparat spätestens abgesetzt werden. Für Otriven Duo gelten dieselben Dosierungen. Zu den sehr häufigen und häufigen unerwünschten Nebenwirkungen zählen Nasenbluten sowie eine trockene Nasenschleimhaut, Geschmacksstörungen sowie ein trockener Mund, Rhinalgie und Kopfschmerzen.

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