Phytotherapie

Loges lässt Apotheken Extrakte mischen

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Berlin -

Dr. Loges ist bekannt für seine breite Palette mitunter exotischer pflanzlicher Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel. Zur Expopharm hat der Hersteller aus dem niedersächsischen Winsen ein Sortiment von 54 Phytoextrakten vorgestellt, die in den Apotheken für individuelle Rezepturen verarbeitet werden sollen. Dies berichtet PHARMA ADHOC.

Das Konzept, das unter dem Namen „Myphyto“ läuft, stammt vom französischen Hersteller PiLeJe Micronutrition, der damit seit 20 Jahren Erfahrung gesammelt hat. Eigentlich wollte das Unternehmen aus Nantes den deutschen Mitbewerber kaufen, doch da das nicht zur Diskussion stand, entschied man sich für eine Zusammenarbeit.

Bei Loges war man von der Idee der individuellen Phyto-Rezepturen angetan. „Die Leute wollen heute nichts von der Stange, sondern etwas, das zu ihren individuellen Symptomen passt“, sagt Marketingchef Paul Weisbach. Er ist überzeugt, dass das Konzept auch in Deutschland erfolgreich sein wird. „Man kann mit den Extrakten Mittel mischen, für die kein Hersteller auf der Welt eine Zulassung bekäme.” Als Beispiel nennt er die Mischung von Goldmohn und Baldrian.

Für die Apotheken biete das System individueller Phytotherapien eine Möglichkeit, sich zu profilieren und von der Konkurrenz abzuheben. Bei der Messe sei die Resonanz überaus positiv gewesen: „Wir waren positiv überrascht, dass keine Apotheke das aufwändige Konzept angezweifelt hat, sondern dass es durchweg als Chance gesehen wird.“

Apotheken, die bei „Myphyto“ mitmachen wollen, erhalten neben einer Konzeptbroschüre und einem Nachschlagewerk ein Formularium mit insgesamt 149 Rezepturen, die von einem Expertengremium vorgeschlagen wurden. Je nach Symptom und Beschwerden können die Apothekenmitarbeiter ein Rezept wählen, die dann aus zwei bis drei Extrakten im Verhältnis 1:1 oder 1:2 gemischt werden. „Zusammengießen, schütteln, Etikett drauf, fertig“, sagt Weisbach.

Verarbeitet werden für „Myphyto“ ausschließlich Frischpflanzen; diese werden erst mit Wasser, dann mit Alkohol extrahiert, sodass am Ende ein Vollauszug geliefert werden kann. Laut Weisbach hat derzeit kein andere Hersteller ähnliche Produkte im Sortiment.

Im Einkauf kostet eine Flasche mit 500 ml Extrakt 30 Euro; sie sind nach Anbruch anderthalb bis drei Jahre haltbar. Die Preisempfehlung für eine Standardrezeptur von 150 ml liegt bei 22,90 Euro. „Daher kann man mit einem Stücknutzen für die Apotheke von 10 Euro rechnen.“ Für die Ansprache der Patienten erhalten die Apotheken Faltblätter und Plakate.

Ein Jahr lang hat Loges das Konzept getestet. Für individuelle Rezepturen ist der Versandhandel laut Weisbach nicht der richtige Kanal, deshalb wurden bereits 23 niedergelassene Apotheken in die Pilotpgruppe aufgenommen. Nun sollen gezielt Apotheken, naturheilkundliche Ärzte und Heilpraktiker angesprochen und für „Myphyto“ überzeugt werden. Bei Loges ist man sich im Klaren, dass es viel Zeit und Aufwand kosten wird, das Konzept bekannt zu machen. „Wir werden einzelne Apotheken ansprechen und viel Überzeugungsarbeit leisten müssen“, sagt Weisbach. Der Außendienst wird auch entsprechende Schulungen anbieten.

Dr. Loges geht auf den Apotheker Werner Loges zurück, der sich im Rahmen seiner Promotion mit der Wirkung von Rauwolfia serpentina beschäftigte. 1958 brachte er mit Dysto-Loges sein erstes Präparat auf den Markt, heute gibt es rund 35 unterschiedliche Produkte, ein Dutzend davon mit Umsätzen von mehr als einer Million Euro. Insgesamt erzielt das Unternehmen mit 80 Mitarbeitern, davon 30 im Außendienst, Erlöse von rund 20 Millionen Euro. Geschäftsführer in Winsen ist Timmering gemeinsam mit Dr. Andreas Biller und Gregor Loges.

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