OTC-Hersteller

Doppelter Abgang bei Omega

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Berlin -

Bei Omega reißen die personellen Wechsel nicht ab. Geschäftsführer Stephan Tomat hat das Unternehmen nach zweieinhalb Jahren verlassen. Das berichtet PHARMA ADHOC. Auch Vertriebsleiter Christian Kotschate ist bereits seit Sommer weg.

Tomat war seit 2014 für das Deutschlandgeschäft von Omega verantwortlich. Er hatte die Nachfolge von Martin Lisker angetreten, der nach weniger als zwei Jahren ausgeschieden war und heute den Reimporteur Orifarm leitet. Tomat hat in Hamburg BWL studiert und 1991 als Marketing Manager bei Kraft Jacobs Suchard seine Karriere begonnen. Bevor er zu Omega kam, arbeitete er unter anderem für Nestlé, Nordmilch und Katjes sowie die Tabakkonzerne Gallajer und British American Tobacco.

Die Gründe für sein Ausscheiden bei Omega sind nicht bekannt. Im Frühjahr hatte der Mutterkonzern Perrigo über einen schlechten Geschäftsverlauf bei Omega unter anderem in Deutschland geklagt. Fast 60 Prozent der Umsätze hätten die internen Erwartungen im vierten Quartal verfehlt, sagte der damalige Konzernchef Joseph C. Papa. Er kündigte Maßnahmen in den Bereichen Mitarbeiter, Prozesse und Portfolio an.

Seit Oktober steht Tomat nicht mehr an der Spitze der 150-köpfigen Belegschaft von Omega in Deutschland. Geschäftsführerin in Herrenberg ist die bisherige Finanzchefin Aline Seifert. Die Betriebswirtin ist seit 2013 bei Omega; davor war sie in verschiedenen Positionen bei der Novartis-Tochter Sandoz beschäftigt, zuletzt verantwortete sie dort die Qualitätssicherung.

Perrigo hatte Omega Ende 2014 übernommen. Der Kaufpreis für den belgischen OTC-Hersteller lag bei 3,6 Milliarden Euro, inklusive 1,1 Milliarden Euro Schulden. Firmengründer Marc Coucke sollte eigentlich an Bord bleiben, doch womöglich hatten die neuen Eigentümer die sprichwörtliche Katze im Sack gekauft. Perrigo hatte wiederholt Abschreibungen bei Omega vornehmen müssen und damit nach Meinung von Kritikern zu viel gezahlt. Ende April trennte man sich: „Alea iacta est“ twitterte Coucke und ging mitsamt der in seinem Büro ausgestellten Gemälde von Bord.

Coucke hatte Omega 1987 gegründet und 2001 die Deutsche Chefaro übernommen, die 1972 als Tochter des Chemiekonzerns Akzo Nobel gegründet worden war. 2012 kaufte das belgische Unternehmen für 470 Millionen Euro verschiedene OTC-Marken von GlaxoSmithKline (GSK), die heute für ein Drittel des Umsatzes verantwortlich sind. Darunter ist auch die Drogeriemarke Abtei. Ebenfalls 2012 hatte Coucke den Hersteller nach 13 Jahren von der Börse genommen. Mit dabei waren die Finanzinvestoren Waterland, Hamilton, Harbourinvest und Stepstone.

In Deutschland gehört Omega zu den führenden OTC-Herstellern; allerdings besteht das Sortiment aus zahlreichen kleineren Marken. Jüngste Zukäufe waren Naturwohl (Yokebe) und Pencivir/Niquitin.

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