Marketing zur Impfaktion

Noventi und FC Bayern München eröffnen Apotheke

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Berlin -

Noventi ist neuer Gesundheitspartner des FC Bayern München. Über Nacht wurde in München sogar eine Apotheke vorübergehend als „Noventi-FC Bayern Apotheke“ umdekoriert. Hier soll heute öffentlichkeitswirksam gegen Covid-19 geimpft werden – wenngleich ausgerechnet dieser Verein ein etwas angeschlagenes Verhältnis zum Thema Impfung hat.

Noventi hat seine Plattform „Impfen-in-Apotheken“ nun auch für Endkund:innen freigeschaltet. Neben einer Terminbuchung ist auch eine telemedizinische Beratung über die Onlineärzt:innen von Zava möglich. Apotheker Marcel Becker bietet in seiner Apotheke am Münchener Stachus jetzt auch Covid-19-Impfungen an. Heute Nacht wurde die Apotheke umgeflaggt und trägt nun vorrübergehend die Namen der neuen Partner. Eine Aktion gibt es auch: Unter allen Geimpften werden 100 signierte FC Bayern München-Trikots verlost.

Während Noventi beim Tennisturnier in Halle Namenspate war, muss sich selbst der marketingfreudige Dienstleister bei Schwergewichten wie dem FC Bayern eher hinten anstellen. So soll Noventi in Zukunft auf den Medizinkoffern des FC Bayern zu sehen sein, außerdem soll es einen engen Austausch mit der medizinischen Abteilung des Clubs geben. Für den Apothekendienstleister trotzdem der nächste große Marketing-Coup.

FCB-Vorstand Oliver Kahn sagte zur neuen Partnerschaft: „Wir sind stolz darauf, dass unser neuer Gesundheitspartner mit Impfen-in-Apotheken.de einen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung leistet.“ Immerhin hat der FC Bayern bei dem Thema bislang keine besonders gute Figur abgebeben. Erst hatte sich der damalige Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zum Start der Impfkampagne indirekt dafür ausgesprochen, dass Profifußballer priorisiert werden sollten, dann hat FCB-Spieler Joshua Kimmich mit seinem öffentlichen Nachdenken über etwaige Langzeitfolgen eher der Gruppe uninformierter Impfgegner:innen in die Hände gespielt. Offenbar will der Club hier sein Image etwas geraderücken – Noventi dürfte es recht sein.

Das apothekereigene Unternehmen ist in seinen Marketing-Ambitionen nicht gerade zurückhaltend: Nach Anzeigen in der New York Times, Kampagnen mit der Bild-Zeitung und der E-Rezept-Lounge beim Tennisturnier folgt jetzt die FC Bayern-Apotheke. Diese offensive Strategie wirkt immer dann riskant, wenn im Tagesgeschäft etwas nicht nach Plan läuft. Probleme mit den Warenwirtschaftssystemen, bei Rezeptabrechnung oder der Beteiligung Gesund.de werden von den zahlenden Apotheker:innen dann schnell ins Verhältnis zu solchen Aktionen gesetzt.

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