Mückenschutzmittel

Omega: 500 Liter Jungle ausgelaufen

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Berlin -

Beim OTC-Hersteller Omega hat es gestern einen Chemieunfall gegeben. Am Produktionsstandort in Herrenberg bei Stuttgart stürzten zwei Behälter um, einer lief aus. 16 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Nach einem Bericht der Kreiszeitung Böblinger Bote wurde die Feuerwehr um 10.30 Uhr über den Zwischenfall informiert. Zwei Behälter mit jeweils 1000 Liter Inhalt waren beim Entladen eines Gabelstaplers umgestürzt, einer hatte ein Leck geschlagen und die Hälfte seines Inhalts verloren.

Als fünf Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr anrückten, hatten Mitarbeiter des Unternehmens bereits die Ausgänge der Halle mit Schottungen abgedeckt und so ein Austreten der Chemikalie ins Freie verhindert. Die Feuerwehr pumpte den restlichen Inhalt um, fing das ausgelaufene Mittel auf und streute den Boden der Halle mit einem Chemikalienbinder ab. Um 15 Uhr war der Einsatz beendet.

Das Mückenschutzmittel sei ungefährlich, für Umgebung und Umwelt bestand keine Gefährdung, wird ein Sprecher der Feuerwehr zitiert. Die Sicherheitsmechanismen des Unternehmens hätten vollumfänglich gegriffen. Um welche Chemikalie es sich handelte, wollte Dr. Stephan Wurtz, Geschäftsführer von Omega Manufacturing, nicht sagen. Am Standort werden seit Februar unterschiedliche Mückenschutzmittel für verschiedene Kunden hergestellt beziehungsweise abgefüllt.

Laut Wurtz wurden keine Mitarbeiter verletzt oder Gebäude beschädigt, das Team habe schnell und gut reagiert. Die Feuerwehr habe man gerufen, ob die Mengen an Flüssigkeit aufsammeln zu können. Am Abend waren die Aufräumarbeiten abgeschlossen, die Produktion läuft bereits wieder. Der Schaden lässt sich noch nicht beziffern.

Omega selbst vertreibt hierzulande seit 2015 das Produkt „Jungle Formula“; es gibt verschiedene Varianten mit IR3535, PMD, Icaridin und DEET. Die Perrigo-Tochter kommt auf einen Marktanteil von rund 3 Prozent. Jungle wurde aus dem Ausland „importiert“, wo die Marke bereits seit Jahren erfolgreich ist. Der Zusatz „powered by Azaron“ erinnert an die 2012 eingestellte Produktreihe Parazeet/Azaron before.

Den Standort in Herrenberg hatte Omega 2012 von GlaxoSmithKline (GSK) übernommen; hier wird nach wie vor auch Chlorhexamed hergestellt. Geschäftsführerin ist seit Herbst die bisherige Finanzchefin Aline Seifert. Ihr Vorgänger Stephan Tomat hatte das Unternehmen nach zweieinhalb Jahren verlassen. Auch Vertriebsleiter Christian Kotschate ist bereits seit Sommer weg. In Deutschland gehört Omega zu den führenden OTC-Herstellern; allerdings besteht das Sortiment aus zahlreichen kleineren Marken. Jüngste Zukäufe waren Naturwohl (Yokebe) und Pencivir/Niquitin.

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