Klosterfrau: Fabry ist weg, Nachfolge noch geheim

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Berlin - Nach drei Jahren hat Hans-Helmut Fabry seinen Posten als CEO bei Klosterfrau abgegeben. Wer Nachfolger wird, will man in Köln noch nicht verraten.

Fabry hatte im April 2019 die Leitung von Klosterfrau übernommen. Bereits damals sei geplant gewesen, dass er sich zu seinem 65. Geburtstag aus dem operativen Geschäftsleben zurückzieht, heißt es vom Unternehmen. „Da eine Nachfolgeregelung zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht intern kommuniziert wurde, bitten wir um Verständnis, dass wir uns hierzu momentan nicht äußern können“, so einer Sprecherin.

Der ehemalige Hexal-Vorstandschef hatte als Krisenmanager die Nachfolge von Dr. Martin Zügel angetreten, der das Unternehmen nach vier Jahren ohne Erfolg verlassen musste. Fabry hatte laut Sprecherin die „strategische und operative Ausrichtung der Klosterfrau-Gruppe aktiv mit gestaltet und entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen“.

Unter seiner Führung war es zu weiteren personellen und strukturellen Veränderung gekommen. So besteht die Gruppe jetzt aus fünf Geschäftsbereichen:

  • Healthcare (OTC/Mass Market)
  • Farco Pharma (Urologie)
  • Maria Galland (Kosmetik)
  • Hermes Süßstoffe (Assugrin)
  • Artesan (Lohnherstellung)

Die Verantwortung für den gesamten Healthcare-Bereich liegt seit 1. April bei Thomas Niebergall. Bekannteste Marken in der Apotheke sind Neo Angin, Soledum, Bronchicum, Contramutan, Nasic, Kwai, Hepar SL, Taxofit, Anginetten und Jarsin. Mit neuen Produkten versucht Niebergalls Team, sich in neuen Indikationen zu etablieren und unabhängiger vom Erkältungsmarkt zu machen. Beispiele sind Oyono und Femannose.

Mit Erlösen von 155 Millionen Euro auf Basis der Apothekenverkaufspreise (AVP) kommt Klosterfrau laut Insight Health auf Rang 11 in der Apotheke; allerdings hat die ausgebliebene Erkältungssaison ein Fünftel an Umsatz gekostet. Auch der Verlust von wichtigen Lizenzprodukten wie Ricola, Dobendan, Autan, Tiger Balm oder Fortimel musste in den vergangenen Jahren verschmerzt werden, gleichzeitig rächte sich, dass die Internationalisierung lange verschlafen wurde.

Nach dem Tod des Firmenpatriarchen Wilhelm Doerenkamp wurde der größte Teil der Firmengruppe in den 1970er Jahren in eine Stiftung mit Sitz in Chur in der Schweiz überführt – die Familie in Gestalt von Doerenkamps einziger Enkelin Martine Eloy ist nur noch minderheitsbeteiligt. Zweck der Stiftung sind die Förderung der Natur- und Geisteswissenschaften, die Unterstützung von Alten und Gebrechlichen sowie notleidenden und bedürftigen Kindern sowie die Förderung von künstlerischen, literarischen, kulturellen und humanitären Leistungen.

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