Fahrverbote

Hamburg: Großhändler in der Dieselfalle? APOTHEKE ADHOC, 31.05.2018 07:47 Uhr

Berlin - Ab heute gibt es in Hamburg die ersten Diesel-Fahrverbote. Sie gelten für LKW auf einem 1,6 Kilometer langen Abschnitt der Stresemannstraße sowie für LKW und PKW auf einer 600 Meter lange Strecke auf der Max-Brauer-Allee, sofern sie nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Von dem Verbot ausgenommen sind Rettungsfahrzeuge, Anwohner und deren Besucher, Müllwagen, Lieferfahrzeuge und Taxis, sofern sie Passagiere aufnehmen oder absetzen. Und die Lieferanten der Apotheken?

Beim Pharmagroßhändler Sanacorp in unmittelbarer Nähe zur Stresemannstraße gibt man sich hanseatisch gelassen. Weder in der Lieferlogistik noch im Fuhrpark sei irgendetwas geändert worden, so die Genossenschaft. Man sehe sich bei den täglichen Just-in-Time-Lieferungen an die Apotheken und letztlich an die Patienten auf der Seite derer, die wegen ihres Versorgungsauftrages unter die Ausnahmeregelung fielen. Ansonsten gilt auch nach dem 1. Juni „business as usual”.

Auch in der Kronen Apotheke am Holstenbahnhof sieht man die Regelung völlig gelassen, da es ja auch noch Nebenstraßen gibt, die am Ende vielleicht die Fahrtzeit um zehn Minuten verlängern.

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht Ende Februar Diesel-Fahrverbote für grundsätzlich zulässig befunden hat, setzt Hamburg jetzt als erste deutsche Großstadt solch ein Verbot um. Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) hatte bereits unmittelbar nach dem Urteil Ausnahmen für die Pharmabranche gefordert. Verbandschef Dr. Thomas Trümper rechnet durchaus mit erheblichen Einschränkungen in der Arzneimittellieferung. Denn nach seinem Kenntnisstand überwiegen bei den Lieferfahrzeugen die Dieselmodelle.

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