Halsschmerzmittel für Kinder nicht zu empfehlen

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Berlin - Kinder leiden bis zu dreizehnmal häufiger unter Halsschmerzen als Erwachsene. Kratzen, Schluckbeschwerden, Rötung und Schwellung sind in den meisten Fällen auf einen grippalen Infekt zurückzuführen, der durch Viren hervorgerufen wird. Eine Linderung der Symptome versprechen Lutschpastillen, Halssprays oder Säfte. Welche bei Kindern tatsächlich empfehlenswert sind, wollte Öko-Test wissen und hat 16 Halsschmerzmittel untersucht.

Soviel vorab, die 16 Präparate im Test sind allesamt nicht empfehlenswert. Zu diesem Ergebnis kam Öko-Test in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt, der Nutzen und Risiko der Produkte anhand der aktuellen Studienlage bewertet hat. Liegen keine stichhaltigen Wirksamkeitsbelege aus Studien vor, wird bestenfalls mit „mangelhaft“ bewertet – dem besten Gesamtergebnis. Das Prädikat wird mit acht Produkten der Hälfte der Präparate verliehen. Sieben von ihnen sind Medizinprodukte.

Die Halsschmerzmittel für Kinder wurden in Apotheken und Drogerien eingekauft. Unter den Produkten sind sowohl Arzneimittel wie Gurgellösung Ratiopharm, Dorithricin (Medice), Laryngomedin N Spray (Cassella-med), Lemocin (GlaxoSmithKline) und Neo-Angin Halsspray (Klosterfrau) als auch Medizinprodukte wie Isla Junior (Engelhard Arzneimittel), Neo-Angin Junior Halsschmerzsaft (Klosterfrau), Aspecton Halstabletten (Krewel Meuselbach) sowie Emser Pastillen und Emsillen (Siemens & Co.).

Für alle Produkte im Test ist die Wirksamkeit nicht ausreichend oder nur teilweise belegt. Weder Präparate mit antibakteriellen, antiseptischen oder adstringierenden Wirkstoffen können bezogen auf die aktuelle Studienlage weder die Krankheitsdauer verkürzen noch Komplikationen verhindern. „Sie sollten besonders bei Kindern und Jugendlichen mangels belastbarer Daten nicht angewendet werden“, wird Schubert-Zsilavecz zitiert.

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