Keine Arzneimittel wegen Sturmtief Elli

Großhandel: Keine Touren wegen Schneechaos

, Uhr aktualisiert am 09.01.2026 15:00 Uhr
Berlin -

Die Apotheken bekommen das Schneechaos in den betroffenen Gebieten von mehreren Seiten zu spüren. Nicht nur der Botendienst muss eingeschränkt werden, auch der Großhandel warnt vor Verzögerungen wegen Sturmtief Elli. Noweda sagte etwa bereits eine Mittagstour ab. Andere Lieferanten warnen.

Noweda informierte die Apotheken in den von Wetterwarnungen betroffenen Gebieten über eine Tourenabsage. „Aufgrund technischer Probleme ist es uns leider nicht möglich, Ihre aktuelle Tour zu bedienen“, heißt es in einer Information an Apotheken im Harz. Mit technischen Problemen ist laut Noweda das Wetter gemeint, eine andere Bezeichnung habe das System nicht zugelassen. Die Einschränkungen beträfen den Harz, Hamburg und weitere nordöstliche Regionen.

Die bestellte Ware solle mit der nächsten Tour ausgeliefert werden, heißt es von der Genossenschaft. „Bestellte Kühlware, Kühlkette und BtM werden wir Ihnen mit der nächsten Tagestour zustellen.“

Warnungen vor Tourenabsagen

Gehe und Alliance Healthcare Deutschland (AHD) warnten bereits gestern vor der Wetterlage. „Bitte beachten Sie die Wetterwarnung für heute und morgen“, heißt es in einer Information an die Apothekenteams aus der Niederlassung in Halle. „Wir bemühen uns, Ihre Bestellung trotz der witterungs- und verkehrsbedingten Beeinträchtigungen pünktlich zu liefern.“ In einigen Fällen könne es dennoch zu Verzögerungen oder Tourenabsagen kommen. „Wir bitten dies bei Ihrem Arbeitsablauf zu berücksichtigen.“ Über Verspätungen oder Absagen will der Großhändler separat informieren. „Wir stehen in engem und kontinuierlichem Austausch mit unseren Kunden, um die Auswirkungen der aktuellen Wetterlage bestmöglich zu steuern und so zu einer stabilen Versorgung der Apotheken und damit der Patientinnen und Patienten beizutragen“, sagt ein Sprecher.

Auch die Sanacorp informierte die Teams über Verspätungen aufgrund der Wetterlage. Es könne auf allen Toruen zu Einschränkungen kommen. „Falls die Schneesituation eine Belieferung nicht mehr zulässt, starten die Touren morgen früh und wir beliefern Sie im Laufe des Vormittags“, hieß es gestern. „Kühlware und Kühlkette sowie BtM werden wir auf den Nachttouren vorsorglich sperren.“ Die Wettersituation werde beobachtet und die Apotheken entsprechend informiert.

Auch Phoenix lässt die Apotheken individuell wissen, falls es zu Verschiebungen bei Touren kommt: Alle Vertriebszentren seien weiterhin lieferfähig, sagt ein Unternehmenssprecher. „Aufgrund der aktuellen Wetterlage kann es jedoch zu Verspätungen kommen. Wo dies der Fall ist, sind unsere Kunden entsprechend informiert.“

Sonderbevorratung für Apotheken

In Braunschweig bereitet sich der Privatgroßhändler Richard Kehr auf die Extremlage vor: „Wir bekommen hier bis 20 Zentimeter Neuschnee. Der Verkehr lässt keinen geordneten Lieferbetrieb zu", sagt Prokurist Hanns-Heinrich Kehr. In Dessau laufe der Betrieb normal und Berlin zumindest – noch – normal. „Aber die Schneewalze kommt auch erst noch in die Hauptstadt. Wir bereiten uns so gut wie möglich vor." Die Kundschaft sei bereits gestern Vormittag über das aufziehende Wetter informiert worden, so dass viele vom Angebot zur Sonderbevorratung Gebrauch gemacht hätten.

Auch die Apotheken bereiten sich auf die angekündigte Extremsituation vor. Die Apotheke im Nordharz Center in Blankenburg im Harz etwa schränkte den Botendienst ein und bittet die Kundschaft, nur in Notfällen eine Lieferung anzufragen. Im Münsterland informierte eine Apotheke darüber, dass spontan entschieden werde, ob der Botendienst fahre.

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