Werbeaussagen

Gericht verbietet „Kinderwunsch-Tee“ APOTHEKE ADHOC, 05.07.2019 11:52 Uhr

Berlin - Ein „Kinderwunsch-Tee“ darf nur dann als solcher bezeichnet werden, wenn der Hersteller einen allgemein anerkannten wissenschaftlichen Nachweis erbringen kann, dass sich die Anwendung förderlich auf die Empfängnis auswirkt. Das hat das Oberlandesgericht Köln (OLG) entschieden. Betroffen ist die Firma Madena, hinter der der ehemalige Almased-Apotheker Rudolf Keil steht.

Madena hatte eine Kräutermischung als „Kinderwunsch-Tee“ vermarktet und behauptet, die enthaltenen Pflanzenstoffe würden in der Erfahrungsheilkunde angewendet, um den Zyklus zu harmonisieren und so den Eisprung zu fördern. Weiter hieß es: „Lemongras wirkt entspannend auf den Körper und baut Stress ab, so dass man sich ganz auf die Schwangerschaft einlassen kann. Zitronenverbene und Basilikum werden eine luststeigernde Wirkung nachgesagt.“

Ein Wettbewerbsverband war dagegen vorgegangen und hatte bereits im September vor dem Landgericht Köln recht bekommen. Das OLG hat das Urteil nun bestätigt und zur Begründung ausgeführt, dass die strittigen gesundheitsbezogenen Angaben nicht auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Nachweise gestützt werden könnten.

Die Werbung sei so zu verstehen, dass der Tee Probleme, die einer Empfängnis im Wege stünden, lindere und so die Empfängnis ermögliche. Nach der Health-Claims-Verordnung seien solche gesundheitsbezogenen Angaben jedoch nur zulässig, wenn sie wissenschaftlich abgesichert seien. Mindestvoraussetzung sei, dass die behaupteten Wirkungen aufgrund von Forschungsergebnissen begründet werden.

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