Der Vorstandschef des deutschen Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim, Shashank Deshpande, sieht die wachsende Konkurrenz aus China als Ansporn für die Branche. „Konkurrenz belebt das Geschäft. Europa und Amerika haben kein Monopol auf Innovation“, sagte Deshpande am Rande der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Seoul. Gute Wissenschaft käme zunehmend aus China.
Bei der Wirtschaftskonferenz in der südkoreanischen Hauptstadt betonte Deshpande zudem die wachsende Bedeutung des Asien-Pazifik-Raums für Innovationen in der Pharmaindustrie. Boehringer Ingelheim betreibt nach eigenen Angaben mehr als 200 klinische Studien in der Region – China ausgenommen – und arbeitet mit rund 160 wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Allein in Südkorea führt der Konzern derzeit rund 50 klinische Studien durch.
Auch künstliche Intelligenz könnte die Pharmaforschung nach Einschätzung Deshpandes grundlegend verändern. Ende Oktober kündigte Boehringer Ingelheim eine strategische Partnerschaft mit dem US-Technologiekonzern Microsoft zur Erforschung KI-gestützter klinischer Studien an. Dadurch könne sich die klinische Entwicklung eines neuen Medikaments potenziell um bis zu 50 Prozent beschleunigen, glaubt Deshpande.
Die Asien-Pazifik-Konferenz wurde am Freitag vom Kanzler Friedrich Merz eröffnet. Dabei warb dieser erneut für ein globales Netzwerk für einen auf internationalen Regeln basierenden freien Handel. An der Asien-Pazifik-Konferenz nahmen rund 1000 Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und dem indopazifischen Raum teil.
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