Versandapotheken

„Besondere Qualität“: Europa Apotheek darf Chroniker locken Carolin Ciulli, 05.03.2019 09:57 Uhr

Berlin - Die Werbung außerhalb der Fachkreise ist nicht nur für Arzneimittel stark reglementiert. Auch Verfahren oder Behandlungen dürfen nicht suggerieren, Krankheiten zu beseitigen oder zu lindern. Die Europa Apotheek steht in der Kritik, mit einer Werbeanzeige bei HIV-Patienten falsche Hoffnungen geweckt zu haben. Das Landgericht Berlin (LG) ließ die Annonce verbieten, die zweite Instanz kassierte das Urteil.

In dem Fall geht es um die Frage, ob die Europa Apotheek mit einer speziellen Anzeige Linderung verspricht oder nur eine apothekentypische Leistung anbietet. Die niederländische Versandapotheke bietet seit rund zehn Jahren das Beratungsprogramm „Smart HIV“ an. Die strittige Werbeanzeige schaltete sie unter anderem in Szenemagazinen: „Wir begleiten Sie in Ihrer Therapie: Immer ein persönlicher Ansprechpartner, immer Ihre Medikation im Überblick, immer eine Antwort auf Ihre Fragen“, hieß es darin.

Daneben war ein Mann abgebildet, dem offenbar dieses Zitat zuzuordnen ist: „Dank Smart bin ich mit meiner HIV-Infektion nicht alleine. Die Smart Experten nehmen sich Zeit für mich, hören mir zu und haben wertvolle Tipps.“

Der Verband sozialer Wettbewerb (VSW) mahnte die Europa Apotheek vor knapp einem Jahr wegen der Werbung ab. Damit würden Linderungsversprechen gemacht, da die Versandapotheke die Therapiebegleitung durch ständig erreichbare Experten und persönliche Ansprechpartner, die Hilfestellung bei der Medikation und bei allen anderen Fragen geben, anpreise. Der VSW bezog sich auf das Heilmittelwerbegesetz (HWG).

Da die Versandapotheke selbst angegeben habe, sich zum Ziel gesetzt zu haben, die Gesundheit von chronisch Kranken zu fördern und diese dabei zu unterstützen, gut damit zu leben, offeriere sie „unzweideutig einen Beitrag zur Linderung der Erkrankung HIV“, argumentiert der Verband. In der Anzeige verwies die Europa Apotheek zudem auf einen Sofort-Nachlass von bis zu 30 Euro pro Rezept.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Neues Produktionsgebäude

Klenk baut an»

Sanofi übergibt an Angelini

Die Boxagrippal-Lücke»

aposcope

Supplemente für Kinder: Abgabe steigt»
Politik

Bundesgesetzblatt

Mehr Geld für Notdienst und BtM»

1. Lesung im Bundestag

Masernschutz und ein bisschen VOASG»

Gabelmann: „Eiertanz ist schiefgegangen“

Lobbyismus beim VOASG: BMG gibt nur widerwillig Auskunft»
Internationales

Arzneimittelversorgung

Hersteller hoffen auf Brexit-Deal»

WHO-Studie

So locken andere Länder Apotheker aufs Dorf»

Risperdal

Milliarden-Urteil gegen Johnson & Johnson»
Pharmazie

AMK-Meldung 

Schwarze Flecken, Verfärbte Tabletten und mehr»

Galenus-von-Pergamon-Preis

Bundesregierung zeichnet Shingrix und Reagila aus»

USA

Xofluza für Hochrisikopatienten»
Panorama

Ausschuss-Tagung

WHO-Experten prüfen Fortschritte im Kampf gegen Ebola»

Gespräch mit Ärztevertretern

Spahn stimmt Patienten auf Telemedizin ein»

TV-Show

Bachelor in Paradise: Pharmareferentin sucht die Liebe»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Ausbildungsberuf Chef-PTA»

Schmidt zu Lieferengpässen

„Es macht uns viel Arbeit. Und es macht keinen Spaß.“»

Lieferengpässe

BPI: Natürlich sind die Kassen schuld»
PTA Live

WIRKSTOFF.A

Ein bisschen schwanger im HV»

LABOR-Debatte

Eine Hand wäscht die andere: Handel zwischen Apotheken?»

Nach Bundesratsbeschluss

PTA hoffen auf echte Reform»
Erkältungs-Tipps

Heilpflanzenportrait

Salbei – Heilung aus dem Mittelalter»

Phytotherapie

Schleimstoffe: Balsam für den Hals»

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»
Magen-Darm & Co.

Heilpflanzenporträt

Wermut – Quelle der Bitterkeit»

Dyspeptische Beschwerden 

Abwarten und Tee trinken»

Magen-Darm-Infektionen

Hygiene und Vorbeugung»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»

Bewegen, bewegen, bewegen

Fit durch die Schwangerschaft»

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schilddrüse: Problemfaktor in der Schwangerschaft? »