Pharmakonzerne

EuGH: Avastin und Lucentis austauschbar APOTHEKE ADHOC, 23.01.2018 14:42 Uhr

Berlin - Avastin und Lucentis sorgen seit Jahren für Schlagzeilen. Grund ist der erhebliche Preisunterschied der beiden Mittel. Nun mussten die Hersteller Roche und Novartis vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Niederlage einstecken: Die Absprachen könnten eine „bezweckte“ Wettbewerbsbeschränkung darstellen, so die Richter. Die endgültige Entscheidung fällt der italienische Staatsrat.

Avastin und Lucentis wurden von Genentech entwickelt. Während das Bevacizumab-Präparat bei verschiedenen Krebsarten eingesetzt und vom Mutterkonzern Roche vertrieben wird, erhielt Novartis die Rechte für die Vermarktung des Mittels mit Ranibizumab zur Anwendung bei Augenerkrankungen wie AMD, DME, CNV und RVV. Hier liegt der Preis um ein Vielfaches höher, da nur geringere Mengen benötigt werden.

Zahlreiche Ärzte verordnen Avastin im Off-Label-Use; die Patienten haben aber laut Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) einen Anspruch auf Lucentis. Dass es keine Zulassungserweiterung für Avastin gegeben hat, ist nicht überraschend: Novartis ist noch mit 30 Prozent an Roche beteiligt. Im Jahr 2014 verhängte die italienische Wettbewerbsbehörde (AGCM) gegen Roche und Novartis jeweils eine Geldbuße von etwas über 90 Millionen Euro. Sie war der Ansicht, die beiden Hersteller hätten eine Absprache getroffen, um zwischen Avastin und Lucentis eine künstliche Unterscheidung herbeizuführen.

Nach Auffassung der AGCM sind Avastin und Lucentis für die Behandlung von Augenkrankheiten in jeder Hinsicht gleichwertig. Die Konzerne sollen Informationen verbreitet haben, die in der Öffentlichkeit Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der augenheilkundlichen Anwendung von Avastin erzeugen sollten, um so die Nachfrage zu Lucentis hin zu verlagern. Nach Schätzungen der AGCM sollen dem italienischen öffentlichen Gesundheitswesen dadurch allein im Jahr 2012 Mehrkosten in Höhe von etwa 45 Millionen Euro entstanden sein.

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