„Zu dynamisch für Vorhersagen“

E-Rezept & Rx-Bonus: Redcare schweigt sich aus

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Berlin -

Wie läuft das E-Rezept für die Versender? Bei Redcare wollte man anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen dazu keine Angaben machen. Auch zu den Partnerapotheken schweigt man sich aus.

Man wolle zum führenden Anbieter im Bereich des E-Rezepts in Deutschland werden, sagte CEO Olaf Heinrich. Insbesondere „Card Link“ soll die entscheidende Veränderung bringen; allerdings habe man keinen Einfluss auf den Zeitplan. Heinrich räumte ein, dass nach der Spezifikation noch eine Zulassung benötigt werde; immerhin habe man schon Vorarbeit geleistet, sodass man unter Umständen nur noch kleinere Änderungen vornehmen müsse.

Was Anleger bezüglich des E-Rezepts für das laufende Jahr erwarten dürfen, wollte Finanzchef Jasper Eenhorst nicht verraten. „Die Entwicklung ist zu dynamisch, um präzise Vorhersagen zu machen.“ Rechenmanöver, mit denen sich aus der Gesamtprognose eine Verdopplung im Rx-Bereich ableiten lässt, seien zwar mathematisch richtig. Er werde sie aber nicht weiter kommentieren, so Eenhorst.

Zieht man vom erwarteten Konzernumsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro die prognostizierten Non-Rx-Erlöse von 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro ab, bleiben für den Rx-Bereich zwischen 675 Millionen und 1 Milliarde Euro übrig. Alleine der schweizerische Versender Mediservice kommt auf mehr als 500 Millionen Euro. Damit bleiben für das Rx-Geschäft in Deutschland je nach Entwicklung in der Prognose zwischen 175 und 375 Millionen Euro übrig – was einem Plus von 25 Millionen Euro im schlechtesten Fall bis 225 Millionen Euro im besten Fall entspricht. Zum Vergleich: Im bislang besten Jahr hatte Shop Apotheke 2020 im Rx-Bereich bereits 220 Millionen Euro umgesetzt.

Schweigen, Schweigen, Schweigen

Erneuter Versuch: Wie viele E-Rezepte denn seit Jahresbeginn eingelöst wurden? Werde man jetzt nicht beantworten, da es um die Bilanz für 2023 ging, so Eenhorst.

Ob denn die wiedereingeführten Rx-Boni ein essentieller Bestandteil der Strategie sein werden? Müsse man anders sehen: Boni seien eine „fortlaufende Geschichte“, so Heinrich. Auf der Website würden sie nur für Privatrezepte ausgewiesen. „Sobald es diesbezüglich ein Update gibt, erfahren Sie es auf unserer Website.“ Dass in einem Flyer zuletzt auch Boni auf Kassenrezept beworben wurden und noch immer Gerichtsverfahren laufen, erwähnte Heinrich nicht.

In seiner Präsentation war Heinrich auch darauf eingegangen, wie gut man beim Ausbau von „Shop Apotheke Now!“ vorangekommen sei. Aber Angaben dazu, in wie vielen Städten es die Same-Day-Delivery gibt und mit wie vielen Partnerapotheken man kooperiert, wollte Heinrich auch nicht machen.

Großer Markt, gutes Angebot

Ein Analyst wollte noch wissen, wie man auf Wachstumsraten von 30 bis 40 Prozent insgesamt kommen wolle, wo man doch gerade im deutschen Markt schon ein großes Stück vom Kuchen abbekommen habe. Man sehe keine Anzeichen für eine Abschwächung des Wachstums, so Eenhorst mit Verweis auf Datenmodelle. Und Heinrich fügte hinzu, dass man ein großartiges Angebot habe und einem großen Markt aktiv sei, der weiter Wachstumschancen biete.

Gar nicht zur Sprache kam im Call der Abgang zweier Vorstände, der am Vorabend verkündet worden war. Und überhaupt wurde die Präsentation trotz des Fehlens jeglicher konkreter Aussagen zum E-Rezept erstaunlich positiv wahrgenommen. Der Aktienkurs reagierte positiv; der Jahresabschluss dürfte insbesondere mit Blick auf die Finanzkennzahlen gut angekommen sein.

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