Neue Partner in Bonn und Kiel

Shop Apotheke expandiert mit „Now!“

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Berlin -

Immer mehr Apotheken öffnen ihren Vertriebsweg für das digitale Zeitalter. Manche Inhaberinnen und Inhaber gehen dabei eine Partnerschaft mit der niederländischen Shop Apotheke ein. Für den Express-Service „Now!“ arbeitet der Versender mit Vor-Ort-Partnern aus Deutschland – und weitet das Angebot der Click & Collect-Version derzeit auf kleinere Städte aus. Mit dabei ist etwa die Münster-Apotheke in Bonn oder die Nautilus-Apotheke in Kiel. Die Reaktionen sind gespalten.

Mit „Now!“ erhalten Kund:innen von Shop Apotheke ausgewählte Produkte aus dem Sortiment besonders schnell, wie der Versender wirbt. „Durch die Zusammenarbeit mit Apotheken in Ihrer Nähe garantieren wir Ihnen je nach Tag und Uhrzeit eine Lieferung Ihrer Bestellung schon am gleichen oder am nächsten Tag.“ Aufgelistet werden rund 30 Städte. Kund:innen können die Produkte auch online bestellen und vor Ort abholen. Wie viele Apotheken mit an Bord sind, will Shop Apotheke nicht verraten. Online wirbt der Versender um neue Partner: „Wir bauen unseren Now!-Service weiter aus und würden uns freuen, Sie als strategischen Partner, für die Same- und Next-Day-Zustellung zu gewinnen.“

Auch die hiesigen Apotheken zeigen sich zugeknöpft, wenn sie auf die Partnerschaft mit der Versandapotheke angesprochen werden. Gerade am Anfang der Zusammenarbeit wolle man keine weiteren Informationen dazu veröffentlichen, sagt Christiane Jüngerich von der Nautilus-Apotheke in Kiel. Bei der Kundschaft kommt die neue Zusammenarbeit indes gut an: Man könne bei Shop Apotheke bestellen und es vor Ort abholen, lobt ein Kunde. Dazu spare man noch Geld.

Kritik und Lob von Apotheker:innen

In der Apothekerschaft stößt das Konzept auf Kritik. Dies musste etwa Dr. Alexandra Raasch von der Münster Apotheke in Bonn erfahren. Die Inhaberin warb mit der neuen Partnerschaft bei Facebook: „Wir sind NOW! Click & Collect Partner der SHOP Apotheke! Einfach über die SHOP Apotheke bestellen und die gewünschten Artikel bei uns abholen! Persönliche Beratung inklusive“, heißt es. „Einfach nur traurig für den Berufsstand, wenn man seine Zukunftsrettung nur noch in der Funktion als Abgabestelle für den Versandhandel sieht“, schreibt eine Kollegin aus Freiburg.

In Bonn wird gekontert: „Traurig ist, dass leider viele unserer Kollegen so denken, wie Sie! Wenn man mit diesem Anspruch in der Apotheke arbeitet, dürfen wir uns nicht wundern, dass unser Berufsstand dort steht, wo er steht. Wenn wir im alten Fahrwasser so weitermachen wie bisher, dann rettet uns niemand! Weder die Abda, die mit angezogener Handbremse niemandem auf die Füße treten will, noch die Politik, für die wir ein nicht ernstzunehmender ‚Spielball‘ geworden sind!“ Die Apotheken müssten „progressiv denken und neue Dinge ausprobieren“, heißt es. Der Kunde mit seinen individuellen Bedürfnissen entscheide den Markt. „Wir sehen das in unserer Apotheke ganz deutlich!“

Auf der anderen Seite stehen Apotheker, die das Konzept unterstützen: Die letzte Meile habe sich durch den Click & Collect-Service deutlich abgekürzt, sagt ein Approbierter. „Ob man es gut findet oder nicht, es funktioniert.“ Der Apothekenmarkt verändere sich und dem Wettbewerb durch Versandapotheken könne man nicht entkommen. Inhaber:innen müssten heutzutage darauf achten, wie sie ihr Betriebsergebnis erhielten. Das Abholkonzept von Shop-Apotheke sei „marktgerecht“.

Seit 2019 macht der Versender Kund:innen in Teilen von Nordrhein-Westfalen – Raum Köln, Raum Ruhrgebiet, Raum Düsseldorf – das Angebot, die Ware vom Zentrallager noch am selben Abend zu erhalten. Seit 2021 gibt es den Service auch in Berlin, München sowie Augsburg und Stuttgart. Möglich macht dies die Zusammenarbeit mit zwei Apothekern vor Ort. Der Versender warb zwischenzeitlich gezielt bei Vor-Ort-Apotheken um die Partnerschaft. Rezepte werden an die Partner nicht weitergeleitet.

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