Versandapotheken

Douglas: Kartellamt gibt Disapo-Deal frei

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Berlin -

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von Disapo durch die Parfümeriekette Douglas freigegeben. Der Düsseldorfer Konzern darf die niederländische Versandapotheke übernehmen.

Mitte Februar teilte Douglas seinen offiziellen Einstieg in den Apothekenmarkt mit. Die Versandapotheke Disapo wird mit der Plattform verknüpft, nach dem Start in Deutschland ist eine schrittweise Expansion in europäische Kernmärkte des Konzerns geplant. Auch Rx-Medikamente sollen künftig angeboten werden.

In Bonn hat man seitens des Bundeskartellamts keine wettbewerblichen Bedenken. Die Behörde gab die Fusion innerhalb von vier Wochen frei. 90 Prozent der jährlich rund 1200 angezeigten Verfahren würden im ersten Monat freigegeben, sagt ein Sprecher. Bei den restlichen 10 Prozent dauere die Prüfung im Schnitt bis zu fünf Monaten.

Douglas und Disapo-Chef Sebastian Kraus haben bereits eine Kaufvereinbarung unterzeichnet. Mit dem Erwerb von Disapo erschließt sich Douglas nach eigenen Angaben ein enormes Wachstumsfeld und erweitert zugleich sein Portfolio an Gesundheitsprodukten deutlich. Auch setze man als Europas führende Premium-Beauty-Plattform die Digitalisierungsstrategie damit konsequent fort. Disapo mit Sitz in Heerlen zähle zu den wachstumsstarken Anbietern im Online-Apothekengeschäft mit den derzeitigen Kernmärkten Deutschland und China: Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeiter:innen einen Umsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Douglas hatte schon seit einigen Jahren ein Auge auf Apothekenprodukte geworfen, zunächst vor allem Kosmetik: 2018 gab es diverse Marken in der Hamburger Luxusfiliale „Douglas Pro“. Um die Depotverträge zu umgehen, wurden sogar Apotheker:innen und PTA gesucht und angestellt. Zuletzt kam auch in Frankfurt ein „Apotheken-Counter“ dazu. Online wurden diverse Produkte angeboten, zunächst in Kooperation mit der DocMorris-Schwester Apo-Rot, später mit Eurapon und Cocopha (Marien-Apotheke/Schongau).

Der deutsche Apothekenmarkt wird laut Douglas für 2020 auf rund 60 Milliarden Euro Umsatz geschätzt, in den Douglas-Kernländern Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Österreich und den Niederlanden belief sich das Volumen hier zuletzt auf geschätzte mehr als 100 Milliarden Euro. Auf den Onlinehandel entfielen in Deutschland 2020 rund 5 Prozent des Gesamtmarktes.

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