„Corona-Piraten“: Impfstoffe, Medikamente und Masken gefälscht

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Berlin - Nach Einschätzung von Interpol und Europol haben die kriminellen Aktivitäten mit Arzneimitteln, Schutzmasken und anderen Gesundheitsprodukten im Internet im Windschatten der Corona-Krise stark zugenommen. „Noch nie haben Europol und Interpol dringender vor der Gefährdung von Verbrauchern durch Produkt- und Markenpiraten im Cyberspace gewarnt als während der aktuellen Covid-19-Pandemie“, so Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer Markenverband. Nachdem Europol kürzlich berichtet hatte, wie kriminelle Produktpiraten mit skrupelloser Schnelligkeit auf die Covid-19-Pandemie reagiert haben, warnt aktuell Interpol vor noch zunehmendem Fälschungshandel. Interpol fürchtet vor allem eine globale Welle von Fälschungsverkäufen, sobald es ein wirksames Medikament oder einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt.

Laut Interpol nutzen Kriminelle und organisierte Banden für den Vertrieb schwerpunktmäßig das Internet. So berichtet Interpol, dass im Rahmen der „Operation Pangaea XIII“ gefälschte Gesichtsmasken, minderwertige Händedesinfektionsmittel und nicht zugelassene antivirale Medikamente beschlagnahmt wurden. Polizei, Zoll und Gesundheitsbehörden aus 90 Ländern gingen dabei gemeinsam gegen den illegalen Online-Verkauf von Arzneimitteln und Medizinprodukten vor. „Der Ausbruch von Covid-19 hat zu einem Anstieg gefälschter Gesichtsmasken und anderer persönlicher Schutz- und Hygieneprodukte geführt“, so Interpol. Die Operation führte weltweit zu 121 Festnahmen und der Beschlagnahme potenziell gefährlicher Arzneimittel im Wert von mehr als 14 Millionen Dollar.

Der Ausbruch der Corona-Krise biete die Möglichkeit für schnelles Geld, da Kriminelle die hohe Marktnachfrage nach Personenschutz- und Hygieneprodukten nutzten. Die Strafverfolgungsbehörden, die an der Operation Pangaea teilnehmen, haben danach 2000 Online-Links gefunden, die Produkte im Zusammenhang mit Covid-19 beworben haben. Von diesen waren gefälschte chirurgische Masken das am häufigsten online verkaufte Medizinprodukt und machten in der Aktionswoche im März rund 600 Fälle aus. Die Beschlagnahme von gefälschten und minderwertigen Masken, „Coronaspray“, „Coronavirus-Paketen“ oder „Coronavirus-Medikamenten“ zeige nur die Spitze des Eisbergs in Bezug auf diesen neuen Trend bei Fälschungen.

„Die Operation Pangaea zeigt einmal mehr, dass Kriminelle vor nichts zurückschrecken werden, um Gewinn zu erzielen. Der illegale Handel mit solchen gefälschten medizinischen Artikeln während einer Krise der öffentlichen Gesundheit zeigt, dass sie das Wohlergehen der Menschen oder ihr Leben völlig missachten“, so Jürgen Stock, Generalsekretär von Interpol. Verglichen mit einer vergleichbaren Aktionswoche im Jahr 2018 verzeichnete die letzte Operation einen Anstieg von nicht zugelassenen antiviralen Medikamenten um etwa 18 Prozent und einen Anstieg der Fälle von nicht zugelassenem Chloroquin (Antimalariamedikament) um mehr als 100 Prozent. In der Aktionswoche im März kontrollierten die Behörden in den teilnehmenden Interpol-Ländern mehr als 326.000 Pakete, von denen mehr als 48.000 von den Zoll- und Regulierungsbehörden beschlagnahmt wurden.

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