Rezeptbetrug: Angestellte geständig, Apotheker in U-Haft

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Berlin -

Mit gefälschten Rezepten soll ein Apothekerehepaar über Jahre hinweg die eigenen Kassen aufgefüllt haben. Der Prozess startet in der kommenden Woche. Mit auf der Anklagebank sitzt eine ehemalige Angestellte – und die hat die Tat gegenüber den Ermittlungsbehörden eingestanden. Die ehemalige Inhaberin und ihr Ehemann haben sich demnach bislang nicht eingelassen. Zumindest für eine der seit Mai geschlossenen Apotheken könnte es demnächst unter neuer Führung weitergehen.

Den beiden Apothekern und der Angestellten wird laut der Staatsanwaltschaft Mühlhausen vorgeworfen, in 45 Fällen Rezepte gefälscht zu haben. Dabei soll den Krankenkassen ein Schaden von rund 80.000 Euro entstanden sein. Die drei Beschuldigten sind wegen Urkundenfälschung und gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt.

Am 24. Oktober beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht Nordhausen in Thüringen. Bisher sind vor Gericht vier Verhandlungstermine angesetzt. Die sogenannte Strafgewalt des Amtsgerichts reicht bis zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Mehr verlangt die Staatsanwaltschaft also keinesfalls, ansonsten wäre direkt vor dem Landgericht Mühlhausen verhandelt worden.

Die Angestellte habe sich einsichtig gezeigt, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die 32-Jährige habe die Tat gestanden, wie sie in der Anklage stehe. Ob sie diese vor Gericht wiederholt, bleibt abzuwarten. Sowohl ein Geständnis als auch das wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnis zur Inhaberin können sich strafmildernd auswirken. Die ehemalige Angestellte sitzt jedenfalls nicht mehr in Untersuchungshaft – anders als ihre Ex-Chefin und deren Ehemann. „Die beiden Apotheker haben sich nicht eingelassen“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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