Helicobacter pylori – ein angepasstes Bakterium

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Berlin - Die Infektion mit Helicobacter pylori ist mittlerweile eine regelrechte Volkskrankheit: Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung trägt das Bakterium in sich, in Deutschland sind etwa 35 Prozent betroffen. Die Infektion kann zur Entwicklung einer chronischen Gastritis führen und erhöht das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre.

Der Magen sorgt im Normalfall dafür, dass ein Großteil der Krankheitserreger abgetötet wird. Helicobacter pylori besitzt jedoch einige Anpassungsmechanismen, die ihm das Leben im sauren Milieu erleichtern: Zum einen vermehrt es sich in der schutzbietenden Schleimschicht der Magenschleimhaut, zum anderen produziert das Bakterium Ammoniak, um sich vor der aggressiven Magensäure zu schützen. Das produzierte Ammoniak reizt jedoch die Schleimhaut des Magens und führt zu Entzündungen, zusätzlich schädigt die vermehrt gebildete Magensäure.

Die Übertragung des Bakteriums findet von Mensch zu Mensch statt: Meistens infiziert man sich schon im Kindesalter. Da der Erreger bereits aus Speichel und Stuhl gewonnen werden konnte, geht man von einer fäkal-oralen oder oral-oralen Übertragung aus. Die Infektion kann asymptomatisch verlaufen oder zu einer chronischen Gastritis mit den typischen Beschwerden führen: Völlegefühl, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch oder Sodbrennen können die Folge sein. Durch das Bakterium steigt schließlich auch das Risiko, ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür zu entwickeln. Eine langfristige Infektion mit Helicobacter pylori erhöht außerdem das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.

Um eine Infektion mit dem Bakterium zu ermitteln, gibt es verschiedene Methoden. So kann beispielsweise mithilfe einer Endoskopie eine Gewebeprobe entnommen werden, die eindeutig Aufschluss gibt. Ebenso gibt es einen Atemtest, der auf dem Nachweis der bakteriellen Urease-Aktivität beruht und somit Harnstoff in der Atemluft nachweisen kann. Ein Stuhlantigentest kann ebenfalls Aufschluss über eine Infektion geben.

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