CDC warnt vor gleichzeitiger Corona- und Grippewelle

USA: Grippeimpfungen gegen den nächsten Corona-Ausbruch

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Neben einer möglichst hohen Durchimpfungsrate bei der Influenza sei es vor allem von Bedeutung, die Kapazitäten bei Diagnose und Nachverfolgung sozialer Kontakte auszubauen, um regionale Covid-19-Ausbrüche schnell identifizieren und eindämmen zu können. „Im Herbst und Winter werden zwei Virusarten zirkulieren, Influenza und das Coronavirus, und wir werden in der Lage sein müssen, beide auseinanderzuhalten“, so Redfield. Außerdem müssten die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung so weit wie möglich aufrechterhalten werden. Die Maßnahmen hätten „enorme Auswirkungen“ auf die Verbreitung des Virus – das werde sich ab Herbst wieder zeigen.

Aus dem Weißen Haus erhielt Redfield allerdings bisher eher verhaltene Unterstützung für seinen Vorstoß. Deborah Birx, Koordinatorin der „White House Coronavirus Task Force“, spielte Redfields Sorgen herunter. „Ich weiß nicht, ob es noch schlimmer wird. Ich denke es ist jetzt schon ziemlich schlimm”, so Birx. „Wenn Sie sich anschauen, was in New York passiert ist, das war wirklich schlimm. Ich glaube, wir werden sowohl aus unserer Überwachung als auch von den Risikogruppen Frühwarnsignale erhalten.“ New York gilt als Epizentrum der Pandemie in den USA. Allein in New York City haben sich rund 150.000 Menschen infiziert, über 15.000 sind verstorben.

Birx‘ oberster Dienstherr sieht es ähnlich wie die HIV-Ärztin: Er beschwerte sich bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, die Presse hätte Redfield falsch zitiert. Die Washington Post hatte das Interview nämlich damit überschrieben, dass der CDC-Direktor warne, die nächste Coronawelle könne verheerender werden als die jetzige. Das habe er aber so nicht gesagt, so US-Präsident Donald Trump. Es werde keinen schlimmeren Coronaausbruch geben als im Moment, sondern lediglich eine Grippewelle „und möglicherweise ein paar kleinere Corona-Ausbrüche, um die wir uns dann schon kümmern werden“.

 

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