Neues Logistikzentrum

Phoenix investiert Rekordsumme

, Uhr
Berlin -

Phoenix hat in Dänemark ein Großprojekt abgeschlossen: Nomeco, eine Tochterfirma des Mannheimer Pharmahandelskonzerns, eröffnete in Køge laut eigenen Angaben das größte Logistikzentrum für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte in den nordischen Ländern. Insgesamt wurden rund 80 Millionen Euro investiert.

Phoenix beliefert über Nomeco nicht nur Apotheken. Auch Kliniken werden angefahren und Aufträge der pharmazeutischen Industrie abgewickelt. In den vergangenen Jahren haben Hersteller laut Konzernangaben Logistik- und Distributionsdienstleistungen vermehrt ausgelagert und sich auf das Kerngeschäft konzentriert. Nomeco sei Marktführer und spüre diese Nachfrage. Die Anzahl der Kunden und das bewegte Volumen hätten zuletzt deutlich zugenommen. Der Standort ist das Hub für Skandinavien; weitere Hubs sind etwa Prag, Belgrad und Warschau für Osteuropa.

An dem neuen Pharmalogistik- und Distributionszentrum wurde drei Jahre lang gebaut. Das 25.000 Quadratmeter große Gebäude entspricht der Größe von drei Fußballfeldern und besitzt ein voll automatisiertes Lager. Es ist 30 Meter hoch und hat Platz für mehr als 55.000 Paletten. Stündlich können bis zu 1000 Paletten bewegt werden. Basierend auf der Bestellhistorie ermitteln Algorithmen für jedes Produkt den bestmöglichen Lagerplatz, um effiziente Eingangs- und Ausgangsprozesse zu gewährleisten.

„Mit rund 80 Millionen Euro ist es die größte Einzelinvestition in die Infrastruktur der Phoenix-Group“, sagte Vorstandsmitglied Frank Große-Natrop bei der Eröffnung. Nomeco-Geschäftsführer Henrik Kaastrup fügte hinzu: „Die zentralen Aspekte beim Bau unseres Logistikzentrums waren Effizienz, Qualität und Sicherheit. In einer Branche, in der Liefersicherheit mit Patientensicherheit einhergeht, ist das entscheidend. Wir optimieren mit Køge unsere Lieferkette weiter und machen damit Medikamente für Patienten noch schneller verfügbar.“

Geografisch seien Dänemark und der Standort Køge südlich von Kopenhagen ideal, um von dort ganz Nordeuropa auf kurzen Wegen zu erreichen. In Skandinavien ist Phoenix mit dem Pharmagroßhändler Tamro vertreten, der in Norwegen, Finnland sowie Schweden und im Baltikum aktiv ist. In Dänemark hat Nomeco einen Marktanteil von rund 75 Prozent; Konkurrent ist die McKesson-Tochter Tjellesen Max Jenne. In den baltischen Ländern betreibt der Konzern Benu-Apotheken; in Nordwegen ist Phoenix mit der Apothekenkette Apotek1 Marktführer. In Schweden hat Phoenix sein Einzelhandelsgeschäft abgegeben.

Zu Phoenix gehören insgesamt 163 Distributionszentren in 27 Ländern. Zum Pharmacy Partnership gehören rund 13.500 Mitgliedsapotheken, die in 13 Kooperations- und Partnerprogrammen in 16 Ländern organisiert sind. Rund 2500 eigene Apothekenstandorte gehören dazu. Im Bereich Pharma Services werden Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die pharmazeutische Industrie angeboten.

Nach Deutschland sind Skandinavien und das Baltikum wichtigster Markt für Phoenix. Die Aktivitäten werden vom Teilkonzern Tamro in Vantaa bei Helsiniki gesteuert. Nomeco entstand 1991, als die traditionsreichen Pharmagroßhändler Mecobenzon, Nordisk Droge und Kemikalie fusionierten. 1992 kam Bang og Tegner dazu. Sechs Jahre später übernahm die finnische Tamro-Gruppe das Unternehmen. 2001 ging Tamro an Phoenix.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Nur noch über Großhandel
Hexal stoppt Direktgeschäft
In der Spitze 20 Prozent
Sanacorp zahlt Jubiläumsdividende
Finanzprobleme im Apothekenmarkt
Sanacorp: Zahlungsausfälle vervierfacht
Mehr aus Ressort
Medgate kooperiert mit Galenica
Schweiz: Arzt-Zuschaltung in der Apotheke
„One Day to #SaveOurPharmacies“
20. Juni: Apothekenprotest in Großbritannien

APOTHEKE ADHOC Debatte