Pharmaziestudium

„Als Bachelor kann man nichts reißen“

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ADHOC: Welche Auswirkung hat die Umstellung auf das Studium selbst?
SCHUBERT-ZSILAVECZ: Die Studenten müssen durch die Umstellung selbstständig zwei wissenschaftliche Arbeiten anfertigen: die Bachelor- und die Masterarbeit. Insbesondere die Masterarbeit hilft, Studierende auf eine Promotion vorzubereiten. Allerdings gab es davor in Österreich schon nach altem System die Diplomarbeit. In Deutschland jedoch gibt es im Pharmaziestudium keine Gelegenheit für intensives eigenes Forschen.

ADHOC: Stehen die österreichischen Professoren hinter dem neuen System?
SCHUBERT-ZSILAVECZ: Ich denke, am Ende haben sie es akzeptiert. Denn es birgt mehr Chancen als Risiken. Die Struktur des Bachelor- und Mastersystem bietet mehr Platz für variable Elemente. Ich stelle mir vor, dass zum Beispiel im Master die Studenten eine Vertiefungsrichtung wählen können. Sie könnten entscheiden, ob sie mehr in die klinische Pharmazie oder in die naturwissenschaftliche Richtung gehen möchten. In Deutschland ist das Studium durch die Approbationsordnung sehr festgelegt.

ADHOC: Ist der Bologna-Prozess notwendig, um das Pharmaziestudium zu modernisieren?
SCHUBERT-ZSILAVECZ: Bei Licht betrachtet bieten sich auch unter der Approbationsordnung genug Freiräume, um das Studium an die Zukunft anzupassen. Das müsste nur von den Kollegen an den jeweiligen Universitäten noch mehr geprüft und durchgesetzt werden.

Schubert-Zsilavecz studierte Pharmazie an der Karl-Franzens-Universität in Graz, wo er im Fach Pharmazeutische Chemie 1989 auch promovierte und 1993 habilitierte. Zwischenzeitlich arbeitete er an den Universitäten in Bayreuth und Ulm. 1997 übernahm er die Professur für Pharmazeutische/Medizinische Chemie in Frankfurt. 2001 bis 2008 war er Studiendekan des Fachbereiches Biochemie, Chemie und Pharmazie; seit 2009 ist er Vizepräsident der Uni. 2003 wurde er zum wissenschaftlichen Leiter des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) ernannt; von 2008 bis 2011 war er Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG).

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