Ärzte: Landapotheken sind bedeutungslos

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Berlin - In Österreich nutzen die Ärzte die Kritik des Europäischen Gerichtshof (EuGH) an der Bedarfsplanung für Apotheken, um für ärztliche Hausapotheken zu werben. Die Ärztekammer Niederösterreich fordert lockerere Regeln für die Praxisapotheken und ein Wahlrecht für Patienten.

Der EuGH hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass die österreichische Bedarfsplanung für Apotheken in Teilen unzulässig ist: Die Richter bestätigten das System zwar grundsätzlich, kritisierten jedoch zu starre Regelungen. Bislang dürfen neue Apotheken nur dann eröffnen, wenn den bestehenden Apotheken jeweils mindestens 5500 zu versorgende Personen im Umkreis von vier Kilometern bleiben.

Aus Sicht der Richter sei diese Regelung nicht geeignet, das öffentliche Interesse einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung zu gewährleisten, fasst der niederösterreichische Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner zusammen. „Dieser Meinung schließen wir uns inhaltlich voll an.“

Die Richter hätten darauf hin gewiesen, dass Personen, die außerhalb des Radius' von vier Kilometern wohnten, bei der Bedarfsplanung nicht berücksichtigt würden. Dr. Max Wudy, in der Ärztekammer für Hausapotheken und Medikamentenwesen zuständig, kritisiert: „Was der EuGH jedoch vergisst, dass genau für diese typischerweise ländlichen Regionen die Institution ärztliche Hausapotheke vorgesehen ist.

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