CVS/Aetna

Apotheker gegen Kassen-Apotheken APOTHEKE ADHOC, 06.12.2017 09:06 Uhr

Berlin - Der US-Apothekerverband NCPA hat den geplanten Zusammenschluss der der Apothekenkette CVS und des Krankenversicherers Aetna kritisiert. Die Übernahme könne „schädliche Auswirkungen auf Verbraucher und Vor-Ort-Apotheken haben“.

Nach Ansicht der Apotheker nutzen die Effizienzen, mit denen CVS und Aetna für ihre Fusion werben, den beiden Firmen mehr als den Verbrauchern. Letztere könnten ihre Gesundheitsversorger ohnehin selten selbst wählen, sondern seien an die Vorgaben ihrer Versicherung gebunden. Diese Tendenz würde sich durch die Fusion verstärken. „Konsumenten sollten die Freiheit haben, die Dienstleister auszuwählen, die die besten Resultate in Bezug auf Gesundheit und Kosteneffizienz bieten“, fordert die NCPA.

Die CVS-Schwester Caremark handelt bereits heute als sogenannter Pharmacy Benefit Manager (PBM) Arzneimitteltarife für Aetna aus. Nur Apotheken, die sich den Konditionen beugen und einen Vertrag haben, dürfen die Rezepte der entsprechenden Versicherten beliefern. NCPA beklagt, dass in den vergangenen zwei Jahren unabhängige Apotheken von einer Liste mit bevorzugten Partnern der Versicherung verschwunden sind. Der Verband befürchtet, die Konzerne könnten Patienten in Zukunft vermehrt zu hauseigenen Apotheken oder Versandapotheken leiten.

PBM kassieren im US-Gesundheitssystem einen Teil der von ihnen ausgehandelten Rabatte, wodurch die Medikamente für Versicherer faktisch teurer werden. „Der größte Teil der erwarteten Einsparungen könnten die Kosten sein, die PBM auf verschreibungspflichtige Medikamente aufschlagen“, befürchtet NCPA.

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