CVS

USA: Apothekenkette veröffentlicht tausende HIV-Patienten APOTHEKE ADHOC, 10.04.2018 11:40 Uhr

Berlin - Die US-amerikanische Apothekenkette CVS muss sich vor Gericht verantworten, weil sie versehentlich den HIV-Status tausender Kunden einsehbar gemacht haben könnte. Drei von ihnen haben die führende Apothekenkette der USA nun verklagt.

Im Gegensatz zur Daten-Affäre um die Dating-App Grindr, bei der ebenfalls der HIV-Status von Mitgliedern unbefugt preisgegeben worden sein soll, handelt es sich bei CVS um einen analogen Fehltritt: Im Juli und August 2017 hatte das Unternehmen Briefe an mehr als 6000 HIV-Patienten verschickt, die im Rahmen des Ohio Drug Assistance Program (OhDAP) versorgt werden. OhDAP ist ein öffentliches Programm, das kaum oder gar nicht versicherten Amerikanern Zugang zu Medikamenten verschaffen soll, wenn sie sich diese aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht leisten können.

CVS wiederum stellt als Partnerunternehmen Medikamente zur Verfügung und ist für die Kommunikation mit den Patienten zuständig, weswegen die Kette Briefe an Patienten versandt hatte. Das Problem daran: Die Briefe wurden mit einem Sichtfenster versehen, aus dem eindeutig ersichtlich war, dass der Empfänger HIV-positiv ist. Denn direkt über dem Namen des Empfängers stand der Referenzcode des Programms, der mit den fettgedruckten Buchstaben HIV endet. Über dem Sichtfenster wiederum war zusätzlich in großen Lettern ein Hinweis an den Empfänger, dass es sich in der Angelegenheit um verschreibungspflichtige Medikamente handelt.

Bei wie vielen der 6000 Betroffenen das tatsächlich dazu geführt hat, dass Unbefugte deren HIV-Status in Erfahrung brachten, ist noch nicht bekannt. Drei von ihnen haben sich jedoch daraufhin zusammengetan und Ende März anonym eine Sammelklage gegen die Apothekenkette angestrengt. Das Vorgehen von CVS widerspreche dem Standardvorgehen des Gesundheitsministeriums von Ohio und habe „zu einer potenziellen oder tatsächlichen Offenlegung des HIV-Status der Empfänger gegenüber zahlreichen Personen inklusive deren Familien, Freunden, Mitbewohnern, Vermietern, Nachbarn, Postausträgern und Wildfremden“ geführt, heißt es dazu in der Klageschrift.

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