Wiederholungsrezepte: Start abgeblasen

, Uhr
Berlin -

Nicht nur das E-Rezept hat die Frist gerissen: Auch Wiederholungsrezepte werden länger als geplant auf sich warten lassen. Denn die technische Umsetzung wird bis zur angedachten Einführung am 1. Januar nicht abgeschlossen sein, wie die Gematik auf Anfrage einräumt.

Das Wiederholungsrezept ist eine Dauerbaustelle: Eigentlich hätte es bereits vor anderthalb Jahren kommen sollen. Allerdings verhinderte die Corona-Pandemie die für den März 2020 geplante Einführung – per Verordnung wurde die neue Rezeptart kurz nach ihrer Einführung durch das Masernschutzgesetz wieder abgeschafft. Das Wiederholungsrezept wurde mit dem E-Rezept zusammengelegt. Was beide gemeinsam haben: Der Zeitplan wird nicht gehalten.

Zwar seien die fachlichen Anforderungen abgestimmt, allerdings sei die Technik noch nicht bereit. Denn das Wiederholungsrezept soll nur elektronisch kommen, es sind keine Änderungen am Muster-16-Formular geplant. Damit die Mehrfachverordnungen richtig funktionieren, sind aber noch Änderungen sowohl am Fachdienst als auch in der E-Rezept-App der Gematik notwendig. Das wird wohl ein halbes Jahr länger dauern als bisher vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass die Funktionalität Mitte 2022 in der Praxis verfügbar sein wird“, so die Gematik. Erst im kommenden Quartal soll die Spezifikation der technischen Änderungen beginnen.

Außerdem wird das Thema hinten angestellt: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Punkt Wiederholungsrezept aus dem Zertifizierungskatalog für das E-Rezept genommen, „um den Herstellern Aufwände zu ersparen für eine Funktion, die vom Fachdienst noch nicht unterstützt wird“, so die Gematik. Rechtlich oder politisch problematisch die Verzögerung bei der Einführung des Wiederholungsrezepts nicht, denn es gibt laut Gematik keine gesetzlich definierte Umsetzungsfrist.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Aktienrückkauf abgeschlossen
Roche und Novartis trennen sich »
800 Blanko-Pässe sichergestellt
Polizei hebt Impfpass-Fälscherwerkstatt aus »
Mehr aus Ressort
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“ »
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen »
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Aktienrückkauf abgeschlossen
Roche und Novartis trennen sich»
Homöopathika-Hersteller zeigt Flagge
DHU wirbt für Covid-19-Impfung»