Kassen und Softwarehäuser verantwortlich

Leyck Dieken: Keine „Showstopper“ bei Gematik

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Berlin -

Gematik-Chef Dr. Markus Leyck Dieken weist Kritik an den Verzögerungen beim E-Rezept zurück: „Die Gematik hat die technischen Voraussetzungen für das E-Rezept fristgerecht umgesetzt und bereitgestellt, und die bisherige Testphase zeigt: Das E-Rezept funktioniert.“ Verantwortlich seien vielmehr EDV-Anbieter und Kassen.

„Die Einführung ist ein anspruchsvolles Vorhaben mit vielen Beteiligten“, so Leyck Dieken. Er machte deutlich, dass das E-Rezept Anfang 2022 nicht wie auf Knopfdruck überall zu haben sein werde, sondern „nach und nach flächendeckend zur Verfügung stehen“ werde. „Je nach technischer Ausstattung werden Praxen und Apotheken mit der Zeit in der Lage sein, E-Rezepte auszustellen beziehungsweise einzulösen.“

In der bisherigen Testphase seien „Anpassungsbedarfe identifiziert, entsprechende Änderungen erfolgreich vorgenommen“ worden. „‚Showstopper‘ wurden nicht gefunden.“ Mit kontinuierlichen Testsessions – sogenannten „Konnekthatons“ – biete die Gematik zusätzlichen Service und Unterstützung für Softwareanbieter. Die Systeme könnten so gemeinsam getestet werden, was die Einführung erleichtere.

Leyck Dieken ist überzeugt, dass das E-Rezept am Ende ein Erfolg werden wird: „17 andere EU-Staaten haben das E-Rezept schon eingeführt, die Bevölkerung dort hat das gut angenommen.“

Grund für die „Verlängerung der Testphase in der Fokusregion“, wie es offiziell heißt, ist einerseits das Fehlen des für das E-Rezept notwendigen Updates in den Praxis- beziehungsweise Apothekenverwaltungssystemen. „Erst dann können diese in Praxen und Apotheken installiert werden. Hier gilt: Je schneller die Bereitstellung der Updates erfolgt, desto besser.“

Andererseits hätten viele Versicherte noch nicht die neueste Generation der elektronischen Gesundheitskarte mit NFC-Schnittstelle und dazugehöriger PIN. „Karte und PIN der jeweiligen Krankenkasse sind jedoch Voraussetzungen, um die E-Rezept-App der Gematik in vollem Umfang nutzen zu können, also Rezepte in der App zu empfangen und zu verwalten.“

Beides könnte zeitnah gelöst werden: Ab dem 1. Oktober werde aufgrund des Quartalsbeginns ein deutlicher Anstieg der Zahl angepasster Primärsysteme erwartet. Dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) lägen außerdem seit wenigen Tagen Zusagen weiterer großer Krankenkassen vor, die sich nun ebenfalls aktiv an der Testphase beteiligen würden.

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